KPMG-Umfrage: Privatbanken setzen auf organisches Wachstum / Geld für Übernahmen knapper geworden
Berlin, 25.06.09. Privatbanken gehen davon aus, in den kommenden zwei Jahren verstärkt aus eigener Kraft und weniger durch Fusionen oder Übernahmen zu wachsen. Das hat eine KPMG-Umfrage unter 100 Verantwortlichen von Privatbanken und Vermögensverwaltungen in 17 Ländern ergeben.
So setzen drei von vier Befragten (72 Prozent) bis 2011 ausschließlich auf organisches Wachstum oder rechnen damit, bis dahin ganz überwiegend aus eigener Kraft größer zu werden.
Unabhängig davon sind 74 Prozent der Branchenexperten der Meinung, dass sich Übernahmen in der derzeitigen Marktsituation "definitiv" oder "in den meisten Fällen" lohnen dürften. Allerdings sind die Kassen für derartige Zwecke nicht mehr so prall gefüllt wie früher: Der Anteil der Banken, die in den kommenden zwei Jahren höchstens 250 Millionen US-Dollar für Übernahmen ausgeben wollen oder können, hat sich von 34 Prozent (2007) auf heute 71 Prozent mehr als verdoppelt.
Das Privatbankengeschäft ist gekennzeichnet durch eine große Zahl kleinerer Unternehmen, wird aber durch eine Handvoll "Global Player" dominiert. Insofern besteht prinzipiell erhebliches Konsolidierungspotenzial. Dies bestätigt auch die Umfrage: 72 Prozent der Branchenverantwortlichen gehen davon aus, dass sich der Markt in den kommenden zwei Jahren weiter konsolidieren wird.
Frank Nagel, Partner im Bereich Advisory von KPMG: "Aus Käufersicht führt die wirtschaftliche Unsicherheit bei vielen aber dazu, lieber erst mal abzuwarten. Oftmals richten Banken ihr Augenmerk zurzeit eher auf Margen und Ressourcen und kümmern sich weniger um Expansionspläne. Mal ganz abgesehen davon, dass es momentan vielen schlicht und einfach an passenden Kaufgelegenheiten mangelt.
Dazu kommt noch ein weit verbreitetes Gefühl, wonach organisches Wachstum langfristig gesehen wichtiger ist. Doch sobald sich die wirtschaftliche Lage wieder etwas stabilisiert, dürften einige größere und finanzstarke Unternehmen das niedrige Preisniveau nutzen, um durch eine Übernahme ihre Präsenz auf dem Heimatmarkt auszubauen oder in neue Märkte vorzustoßen."
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