KPMG trotzt der Krise: Umsatz stabil auf hohem Vorjahresniveau - neue Marktanteile gewonnen
Berlin/Frankfurt, 15. Dezember 2009. Im Geschäftsjahr 2009 (1. Oktober 2008 bis 30. September 2009) hat KPMG in Deutschland einen Umsatz in Höhe von 1,254 Mrd. Euro erzielt und damit das gute Vorjahresergebnis halten können.
Der Geschäftsbereich Audit hat seinen Umsatz um 1 Prozent auf 573 Mio. Euro steigern können. Trotz des für Beratungsdienstleistungen schwierigen wirtschaftlichen Umfelds hat der Geschäftsbereich Tax mit 317 Mio. Euro unverändert (+/- 0 Prozent) an das Vorjahr anschließen können. Der Geschäftsbereich Advisory hat sich trotz eines zusammengebrochenen Transaktionsmarktes überaus erfreulich behauptet. Durch eine strategische Neuausrichtung konnte die Beratung mit 364 Mio. Euro (-2 Prozent) zum Umsatz beitragen.
KPMG-Vorstandssprecher Rolf Nonnenmacher erklärte: "Es ist uns gelungen, der Krise zu trotzen und unseren Umsatz auf dem hohen Niveau des Vorjahres zu sichern. Das ist angesichts der Wirtschaftslage ein exzellentes Ergebnis. Wir haben sogar in vielen Bereichen Marktanteile gewonnen. Durch unsere konsequente Spezialisierung und Branchenausrichtung haben wir es geschafft, in der Beratung stark zu bleiben, in einigen Bereichen sogar zu wachsen. Ausgezahlt hat sich unsere wesentlich intensivierte grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der KPMG Europe LLP."
Entwicklung der Geschäftsbereiche
Der Markt für Prüfungsleistungen ist nach wie vor von einem erheblichen Wettbewerbsdruck geprägt. Nonnenmacher: "Umso mehr freuen wir uns, dass wir unsere hervorragende Marktposition weiter festigen konnten." Dazu beigetragen hat auch wieder eine Reihe von Mandatsgewinnen. So hat sich KPMG jetzt im Bereich Landesbanken und Öffentliche Banken etabliert. Im Geschäftsjahr 2009 hat KPMG die KfW-Bankengruppe als neues Prüfungsmandat gewonnen, nach der HSH Nordbank das zweite große Mandat in diesem Sektor. Hinzu kamen Sonderaufträge bei der Landesbank Baden-Württemberg. Aufgrund der Veräußerung der Dresdner Bank an die Commerzbank kam es bei diesem früheren KPMG-Mandat zu einem Prüferwechsel.
Auch außerhalb des Bankensektors konnte KPMG seine gute Marktposition weiter ausbauen. Das gilt vor allem für große international ausgerichtete Familienunternehmen wie beispielsweise die Hörmann-Gruppe und die Firmengruppe Max Bögl.
Zwar hat KPMG im Dezember 2008 die Ausschreibung um das Prüfungsmandat bei Siemens am Ende verloren, ist seitdem aber beratend für das DAX-Unternehmen tätig. Siemens hat bereits mehrere Beratungsaufträge an KPMG vergeben.
Der Geschäftsbereich Advisory hat trotz widriger Rahmenbedingungen seine Marktposition verteidigt, vor allem mit spezialisierten Beratungsleistungen in der Wirtschaftskrise. So hat KPMG auf einer bundesweiten Veranstaltungsreihe die Unternehmer frühzeitig auf besondere Problemstellungen aufmerksam gemacht und Lösungen angeboten. Nonnenmacher: "Wir verstehen uns auch und gerade in schwierigen Zeiten als Partner der Unternehmen. Mit unseren Dienstleistungen haben wir den Unternehmen geholfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und damit besser durch das Krisenjahr zu kommen."
Eine große Rolle spielten die Erstellung und Umsetzung von Sanierungskonzepten sowie die Begleitung umfassender Restrukturierungsprojekte. KPMG wurde zum Beispiel beauftragt, für den in Insolvenz geratenen Luxusmodehersteller Escada ebenso wie für den Frankfurter Textilfarbenhersteller Dystar Käufer zu finden. Im Fall der in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Merckle Gruppe hat KPMG ein Sanierungsgutachten erstellt und den Restrukturierungsprozess begleitet. Im Automobilsektor hatte sich KPMG zum Beispiel das Mandat als M&A- und Finanzierungsberater für den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna im Kontext der geplanten Opel-Übernahme gesichert.
Gefragt waren auf Mandantenseite zudem Konzepte zur Optimierung des Liquiditätsmanagements sowie innovative Vorschläge für ein besseres Kostenmanagement.
KPMG war auch im öffentlichen Sektor als Berater in der Finanzkrise besonders gefragt. Mit der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) wurde unter anderem ein EU-weit ausgeschriebener Rahmenvertrag über Beratungsdienstleistungen rund um den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) abgeschlossen. Im Zusammenhang mit dem staatlichen Kredit- und Bürgschaftsprogramm hat KPMG im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in einem prominenten Fall ein Gutachten zur betriebswirtschaftlichen Tragfähigkeit eines Unternehmenskonzeptes erstellt.
Darüber hinaus gab es eine verstärkte Nachfrage nach Leistungen rund um die forensische Aufdeckung von Datenschutzverletzungen wie im Fall Deutsche Bahn sowie nach Präventionskonzepten bei der Betrugsbekämpfung.
Der Geschäftsbereich Tax konnte die durch den starken Rückgang im Transaktionsgeschäft und in der internationalen Unternehmensteuerberatung erlittenen Einbußen durch ein zweistelliges Wachstum in anderen Spezialbereichen weitgehend wieder ausgleichen. Besonders hervorzuheben sind hier die Bereiche Verrechnungspreise und internationaler Personaleinsatz sowie die Beratung bei Umsatzsteuer- und Zollfragen.
KPMG Europe LLP wächst weiter - Mandatsgewinne durch internationale Zusammenarbeit
Der Umsatz der KPMG Europe LLP 2009 ist nur minimal um 0,4 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro gesunken. KPMG Deutschland hat mit 1,24 Mrd. Euro zu diesem Umsatz beigetragen (Teilkonzernabschluss auf Basis der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS).
Die Zusammenarbeit innerhalb der KPMG Europe LLP entwickelt sich äußerst dynamisch. Durch die Vereinheitlichung von Prozessen und Systemen werden Synergieeffekte und Effizienzsteigerungen möglich. Die gemeinsame Entwicklung neuer Dienstleistungen sowie die Zusammenarbeit bei der Marktbearbeitung tragen sichtbar Früchte.
Zu den größten Erfolgen gehört ein Rahmenvertrag mit der Europäischen Kommission. Der Auftrag rund um 3.000 innovative Public-Private-Partnership-Vorhaben hat ein Volumen in zweistelliger Millionenhöhe und läuft bis 2013. Rolf Nonnenmacher, der auch Joint Chairman der KPMG Europe LLP ist: "Den Gewinn der Ausschreibung haben wir - neben einer besonderen Expertise im Bereich öffentlicher Sektor - der Tatsache zu verdanken, dass wir mit einem europäischen Mitarbeiterteam aus vier Ländern (Deutschland, Großbritannien, Schweiz und Belgien) angetreten sind."
Mehr als 900 neue Mitarbeiter in Deutschland im Geschäftsjahr 2009
KPMG hat im vergangenen Geschäftsjahr in Deutschland über 900 neue Mitarbeiter eingestellt. Die Zahl der Neueinstellungen liegt deutlich unter der der Vorjahre. Dennoch ist die Gesamtzahl der Mitarbeiter netto nur leicht gesunken, und zwar um rund 160 auf 8.340. Nonnenmacher: "Mit einer verantwortungsbewussten und vorausschauenden Personalpolitik haben wir auf die unterschiedliche Auslastung und den Personalbedarf in den einzelnen Geschäftsbereichen reagiert."
In Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen hat KPMG im vergangenen Jahr erneut rund 65 Mio. Euro investiert und Zuschüsse zu den Berufsexamina von Mitarbeitern geleistet. 276 Mitarbeiter haben im Geschäftsjahr 2009 ihr Wirtschaftsprüfer- oder Steuerberaterexamen bzw. einen vergleichbaren internationalen Abschluss bestanden.
Rolf Nonnenmacher: "Wir werden auch künftig in hoch qualifizierte Mitarbeiter investieren und weiterhin Hochschulabsolventen einstellen."
Ausblick
Rolf Nonnenmacher: "Wir stellen uns darauf ein, dass wir die Folgen der Wirtschaftskrise zeitversetzt im nächsten Jahr zu spüren bekommen. Wir rechnen daher für das Geschäftsjahr 2010 trotz erster Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung nicht mit einem Anstieg unseres Umsatzes."
Unverändert positive Impulse erwartet KPMG aus der Restrukturierungsberatung sowie aus dem Unterstützungsbedarf hinsichtlich der Neuregelungen der Finanzaufsicht sowie der damit verbundenen Implikationen für das Risikomanagement von Finanzinstituten. Zudem wird mit einer steigenden Beratungsnachfrage aus dem beschleunigten und nachhaltigen Wandel der Strategien und Geschäftsmodelle von Unternehmen gerechnet. "Auch im Mittelstand, mit dem KPMG schon heute rund ein Viertel des Umsatzes erwirtschaftet, sehen wir Wachstumspotenzial in den nächsten Jahren", erklärt Nonnenmacher.
Für die Zukunft sieht sich das Unternehmen durch eine noch intensivere Kooperation innerhalb von KPMG Europe LLP gut positioniert. Nonnenmacher: "Die internationale Zusammenarbeit in nunmehr 14 Ländern mit rund 31.000 Mitarbeitern trägt nicht nur zu einem enormen Know-how-Transfer und einem umfassenderen Leistungsangebot bei, sondern ermöglicht uns auch eine große Flexibilität, die wiederum unseren Mandanten zugute kommt".
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