KPMG: Wirtschaftliche Finanzierungskonzepte für die Infrastruktur und strategische Allianzen sind Erfolgsfaktoren für Elektromobilität

Berlin, 28.07.2011. Der Mobilitätswandel hat großen Einfluss auf wesentliche Bereiche der deutschen Wirtschaft: Energie, Automobilindustrie, Telekommunikation und IT rücken auf der Suche nach profitablen Geschäftsmodellen im Bereich der Elektromobilität enger zusammen. Unternehmen, die jetzt über strategische Allianzen, Joint Ventures und Kooperationen die Weichen für Elektromobilität richtig stellen, werden davon am stärksten profitieren. Diese Tendenz bestätigt eine KPMG-Analyse zur Entwicklung der Wertschöpfungsketten der Energie- und Automobilwirtschaft. Die Auswertung basiert auf qualitativen Interviews mit Experten aus über 20 Unternehmen relevanter Industrien. Sie liefert ein aktuelles Bild, wie die Akteure selbst die Entwicklung des Elektromobilitätsmarktes einschätzen.

Hoher Investitionsbedarf in Infrastruktur rückt Retailgeschäft in den Fokus
Eine der zentralen Voraussetzungen für den Durchbruch der Elektromobilität ist die Verfügbarkeit einer flächendeckenden smarten Infrastruktur, deren Aufbau hohe Investitionen erfordert. Die Interviews verdeutlichen, dass insbesondere hinsichtlich der Finanzierung und des erforderlichen Umfangs der Infrastruktur noch vieles im Dunkeln liegt. Die großen Energieversorger streben aufgrund der sie umgebenden Anforderungen des Kapitalmarktes die Konzentration auf nicht kapitalintensive Themen wie Netzbetrieb, Engineering und Abrechnungssysteme an. Auch Kommunen kämen als Investoren in Frage, stehen jedoch vor der Herausforderung, Wege der Finanzierung zu finden.

Ein viel diskutiertes Geschäftsmodell auf dem Weg zu einer bedarfsgerechten Verteilung der Kosten für den Aufbau der Ladeinfrastruktur ist die Errichtung der Ladestationen mit privatwirtschaftlichen Partnern, beispielsweise bei Einzelhändlern. Für Einzelhändler stellt die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur potenziell ein Kundengewinnungs- bzw. -bindungsinstrument dar. Die Kosten dafür ließen sich über höhere Preise im Retailgeschäft kompensieren. Doch auch das bleibt Zukunftsmusik, solange die Marktabdeckung mit Elektroautos noch gering ist. Die Experten gehen davon aus, dass finanzielle Anreize in der Marktvorbereitungsphase bis 2014 die Investitionsbereitschaft entscheidend beeinflussen könnten.

Elektromobilität forciert neue Mobilitätskonzepte aus einer Hand
Mobilität ist das Produkt der Zukunft. Dieser Trend zeichnet sich bereits deutlich ab. Der Kunde erwartet Mobilitätsangebote, die intelligent kombinierbar und einfach abrufbar sind. Mobilitätsdienstleister, die in der Lage sind, Produkte und Dienstleistungen rund um Mobilität, Stromversorgung und Vernetzung intelligent zu bündeln und modulare Mobilitätspakete zu schnüren, werden die Schnittstelle zum Kunden beherrschen. Möglich wird das, wenn Allianzen zwischen Fahrzeugherstellern, Energieversorgern und IT-Unternehmen entstehen, um attraktive Lösungen für die Mobilität der Zukunft zu entwickeln. "Etablierte Unternehmen aus der Energie- und Automobilwirtschaft können ebenso zu bedeutenden Marktakteuren in der Elektromobilität werden wie Unternehmen aus anderen Wirtschaftszweigen. Sogar für komplett neu entstehende Unternehmen bestehen interessante Chancen. Starkes Markenmanagement sollte demnach genutzt werden, um den Kontakt zum Kunden weiter auszubauen", erklärt Dieter Becker, Global Head of Automotive bei KPMG.

Internationale Standards werden zur Nagelprobe für die Elektromobilität
Einigkeit besteht darüber, dass der Erfolg der Elektromobilität auch davon abhängt, ob die Industrie in der Lage ist, internationale Standards und ein flächendeckendes Infrastrukturangebot mit Versorgungs- und Abrechnungssystemen aufzustellen. Das Management dieser Netzwerke - bestehend aus Erzeugung und Verbrauch von Elektrizität, Infrastruktur und Mobilitätsangebot - wird zu einer der größten Herausforderungen in diesem Markt. "Bei aller Euphorie zum Thema Elektromobilität darf nicht vergessen werden, dass wir über einen langfristigen Veränderungsprozess sprechen. Nicht nur die Technologie braucht noch Zeit zur Weiterentwicklung, auch die Kunden brauchen noch Zeit, sich auf den Mobilitätswandel einzustellen", meint Olaf Köppe, Partner Energy & Natural Resources bei KPMG.


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KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Marita Reuter/Thomas Blees
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