KPMG-Umfrage: Private Equity-Branche blickt optimistisch in die Zukunft
Gesundheits- und Dienstleistungssektor zunehmend im Blickfeld
Berlin/Frankfurt, 21.02.07. Die Zahl der Private Equity-Transaktionen in Deutschland wird nach Einschätzung von Branchenexperten in den kommenden 18 Monaten weiter steigen. Das hat eine KPMG-Umfrage unter den maßgeblichen Private Equity-Häusern, Banken und Mezzanine-Anbietern ergeben, die aus Anlass der Private Equity-Konferenz SuperReturn 2007 (26. Februar bis 1. März in Frankfurt) veröffentlicht wurde. So erwarten 55 Prozent der Befragten, dass die Zahl der Deals mit einem Volumen von bis zu 400 Millionen Euro in den kommenden 18 Monaten unverändert hoch bleiben wird; 45 Prozent gehen von einem Anstieg aus. Bei den Deals mit einem Volumen von mehr als 400 Millionen Euro gehen 40 Prozent von einem weiterhin hohen Niveau aus. In diesem Segment rechnen sogar 50 Prozent mit einer steigenden Transaktionszahl. Haupttreiber dieser Entwicklung sind nach Ansicht der Branchenfachleute der starke Dealflow im Mittelstandsbereich und die nach wie vor sehr liquiden Fremdkapitalmärkte.
Gesundheits- und Dienstleistungssektor im Fokus der Investoren
Die Befragten gaben an, dass in diesem Jahr vor allem neue, bislang weniger im Fokus stehende Branchen wie der Gesundheits- und der Dienstleistungssektor ins Blickfeld der Investoren rücken werden. Die Bereiche Transport und Logistik sowie die Energie- und Chemiebranche sind nach Ansicht der Fachleute weiterhin attraktiv. Die lange Zeit favorisierte Automobilindustrie hat dagegen nach Meinung der Befragten an Attraktivität für Investitionen deutlich eingebüßt.
Expansive Vergabe von Unternehmenskrediten
Unterstützt wird die Gesamtmarktentwicklung durch eine expansive Vergabe von Unternehmenskrediten. Die befragten Banken und Finanzinvestoren sehen die allgemein diskutierten potenziellen Risiken einer hohen Verschuldung der finanzierten Unternehmen, erwarten aber keinen signifikanten Anstieg an Firmenzusammenbrüchen. Dr. Martina Ecker, Partnerin im Private Equity-Bereich von KPMG: "Die Branchenfachleute gehen davon aus, dass vielfältige spezialisierte Investoren bereit sind, Not leidenden Unternehmen unter die Arme zu greifen und zu restrukturieren, bevor es zur Insolvenz kommt."
Deutscher Kreditmittelmarkt zunehmend internationaler
Die Umfrage bestätigt den Reifegrad und die steigende Internationalisierung des deutschen Leveraged Finance-Marktes: Deutlich spürbar für die Entwicklung des deutschen Kreditmittelmarktes ist nach Ansicht der Befragten die wachsende Nachfrage von internationalen Hedge Fonds und Collatorized Debt Obligations (CDO). So genannte "second lien"-Tranchen haben einen Stammplatz zur Finanzierung von Buy-outs eingenommen. Es ist eine signifikante Verschiebung der Kredittranchen zu den nachgelagerten endfälligen Zahlungen zu beobachten, da diese Zins- und Tilgungsmodalitäten den Bedürfnissen von institutionellen Kapitalanbietern wesentlich besser entsprechen als jährliche Zahlungsströme. Die Internationalisierung lässt sich auch an der Verschiebung des typischen Finanzierung hin zu mehr nachrangig besicherten Anteilen (junior debt) beobachten.
Dr. Martina Ecker: "Ingesamt kann der Markt für Akquisitionsfinanzierung in Deutschland nach wie vor als Kreditnehmer-Markt bezeichnet werden. Das Angebot an Finanzmitteln wird auch in diesem Jahr das der zu finanzierenden Buy-out-Transaktionen übersteigen. Der Kapitalüberhang durch internationale institutionelle Investoren ist hierbei ein wesentlicher Faktor. Möglicherweise steigende Tilgungsschwierigkeiten bei hoch verschuldeten Unternehmen werden daher tendenziell eher Auswirkungen auf die entsprechenden Investoren haben. Eine allgemeine Verschlechterung des Marktumfelds für die deutsche Private Equity-Branche ist aber nicht zu erwarten."
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