KPMG: Autoteilemarkt in China wächst rasant
Berlin, 24.11.05. Die Zahl der in China zugelassenen Fahrzeuge wird sich nach sieben Jahren kontinuierlichen Wachstums von heute 11 Millionen bis 2008 auf 24 Millionen voraussichtlich mehr als verdoppeln. Die älteren Fahrzeuge der ersten Generation müssen aufgrund ihrer Laufleistung nun vermehrt Werkstätten aufsuchen. Branchenkenner erwarten deshalb, dass sich der Umsatz mit Ersatz- und Zubehörteilen bis 2008 um durchschnittlich 17,6 Prozent pro Jahr erhöht. Der momentan noch relativ bescheidene Gebrauchtwagenmarkt wird bis 2010 voraussichtlich um durchschnittlich 20 Prozent jährlich wachsen und dadurch den Bedarf an Autoteilen zusätzlich ankurbeln. Das hat eine Analyse von KPMG ergeben, die auf aktuellen Marktdaten und Gesprächen mit führenden Branchenvertretern basiert.
Der Umsatz mit Ersatzteilen und Zubehör ist in China im weltweiten Vergleich noch relativ bescheiden. So kam das Land bis 2004 in diesem Segment nur auf ein Umsatzvolumen von 3,2 Milliarden US-Dollar. Das sind weniger als 10 Prozent der gesamten Autoteileproduktion. Zum Vergleich: In den USA oder in Deutschland betrug der Anteil 2004 60 bzw. 40 Prozent. Doch das Reich der Mitte holt auf. Hier wird sich Prognosen zufolge der Umsatz mit Ersatz- und Zubehörteilen bis 2008 um über 60 Prozent auf 5,2 Milliarden US-Dollar erhöhen.
Hans-Dieter Krauss, Leiter des Bereichs Automotive bei KPMG: "Schon jetzt lenken immer mehr Zulieferer ihre Aufmerksamkeit auf den Bereich Ersatzteile und Zubehör, um Einkünfte zu diversifizieren, Margen zu verbessern und sich nachhaltiges Umsatzwachstum zu sichern. China ist hier aber nicht nur wegen des schnell überalternden Fuhrparks und des aufkommenden Gebrauchtwagenmarkts attraktiv. Es locken auch starke Umsätze bei Kleinwagen, die in China nur mit Basisausstattung ausgeliefert werden und die deshalb gerne mit Zubehörteilen aufgewertet werden. Außerdem haben sich Qualität und Zuverlässigkeit der Vertriebskanäle verbessert."
Auch Exportgeschäft legt stark zu
Die KPMG-Analyse geht davon aus, dass China auch eine immer größere Rolle im Export von Ersatz- und Reparaturteilen spielen wird. So hat sich der Export in den vergangenen fünf Jahren auf 5,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2004 mehr als verfünffacht. China ist heute bereits der fünftgrößte Autoteile-Lieferant der USA.
Hans-Dieter Krauss: "KfZ-Zulieferbetriebe in China werden aufgrund ihrer günstigen Kostenstruktur als Bestandteil der globalen Wertschöpfungskette für Hersteller immer interessanter. Viele weltweit operierende Zulieferer könnte die Idee reizen, sich auf Entwicklung und Markenführung zu konzentrieren und weniger technologisierte und arbeitsintensivere Produktionsschritte nach China zu verlagern."
Auch Autofinanzierung und Parkhausmanagement bieten Potenzial
Die Hersteller sind aber auch dabei, sich noch ganz andere Service-Bereiche zu erschließen. Beispielsweise birgt auch die Autofinanzierung langfristig ein enormes Potenzial. GM, VW, Daimler Chrysler und Toyota haben bereits eigene Finanzierungsunternehmen gegründet. Eine weitere Chance liegt im Parkhaus-Geschäft. So steht in China für fünf zugelassene Autos statistisch gesehen nur ein legaler Parkplatz zur Verfügung. Der Parkplatzmangel wirkt sich bereits negativ auf das Auto-Kaufinteresse aus. Welches Potenzial hier schlummert, machen die USA deutlich: Hier setzen Parkhausbetreiber 26 Milliarden US-Dollar um und haben eine Million Arbeitsplätze geschaffen.
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