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Profitabilität im Maschinen- und Anlagenbau hängt wesentlich von neuen Produkten ab

Berlin/Stuttgart, 02.03.05. Je höher bei Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus der Umsatzanteil von Neuprodukten ist, desto profitabler sind diese. Die Unternehmen haben das offenbar erkannt und  werden ihren Umsatzanteil mit Produkten, die innerhalb der letzten vier Jahre eingeführt wurden, 2005 voraussichtlich auf 43 Prozent steigern - nach 33,8 Prozent im Jahr 2000.  Das ist eines der wesentlichen Ergebnisse einer gemeinsamen Studie von KPMG, dem Werkzeugmaschinenlaboratorium der RWTH Aachen und dem Fraunhofer Institut für Produktionstechnologie, bei der Ende 2004 rund 100 deutschsprachige Unternehmen zu Themen und Problemstellungen im Bereich Forschung und Entwicklung befragt wurden.

Die Trends im F&E-Bereich

Die Umfrage ergab unter den Befragten folgende weiteren wesentlichen Trends:

  • Die F&E-Budgets wurden im Verhältnis zum Umsatz zwischen 2000 und 2003 deutlich gesteigert - um 12 Prozent auf 5,5 Prozent. Für 2005 wird mit einem Umsatzanteil von durchschnittlich 5,6 Prozent für das F&E-Budget gerechnet.
  • Im Maschinen- und Anlagenbau sinkt der Entwicklungskostenanteil für mechanische Komponenten nachhaltig. Investiert wird dagegen vermehrt in die Elektronik- und Softwareentwicklung. Da Mechanik, Elektronik und Software auf vielfältige Weise voneinander abhängig sind, wird deren Koordination immer wichtiger für den Entwicklungserfolg.
  • Die Entwicklungsanforderungen werden vielfach übererfüllt. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen (47,2 Prozent) bestätigt die Existenz des Over-Engineering-Problems.
  • Die Differenzierungsstrategie (durch Innovationen vom Wettbewerb abheben) dominiert die Kostenführerschaft eindeutig. Dies unterstreicht die hohe Bedeutung von F&E im Unternehmen. Bemerkenswert ist, dass sich ein Drittel der Unternehmen keiner der beiden Strategien eindeutig zuordnet.
  • Unternehmen, bei denen Neuprodukte einen hohen Anteil am Umsatz haben, beurteilen ihren Markt regelmäßiger als Unternehmen mit einem geringen Anteil. Markt- und Kundenanalysen wirken sich somit positiv auf die Prozessbeherrschung beziehungsweise den Umsatz mit Neuprodukten aus.

Dieter Becker, Partner im Bereich Industrial Products & Engineering bei KPMG: "Die Umfrageergebnisse zeigen, dass das F&E-Management in vielen Unternehmen optimiert werden muss. Erfolgreiche Forschung und Entwicklung zeichnet sich durch klare und einheitliche Prozesse sowie durch eindeutige Ziele und Abbruchkriterien aus. Dazu gehören außerdem motivierte und zielorientiert arbeitende Mitarbeiter und die Steuerung durch ein ganzheitliches Projekt-Controlling. F&E sollte sich auf Innovationen und Entwicklungen fokussieren, für die der Kunde zu zahlen bereit ist. Damit könnte auch das Over-Engineering und kostenintensiven Fehlentwicklungen reduziert werden."

Erfolgreiche Unternehmen setzen auf Wissenstransfer
Die Umfrage macht auch deutlich, dass Maschinen- und Anlagenbauer mit starker Prozessbeherrschung das Wissen aus vergangenen Projekten deutlich häufiger nutzen als Unternehmen mit geringerer Prozessbeherrschung. Und Unternehmen mit ausgeprägter Projektsystematik greifen auf vorhandenes Wissen sogar doppelt so oft zurück wie Unternehmen ohne konsequente Projektsystematik. Der Wissenstransfer über Expertennetzwerke zahlt sich vor allem für die Technologie- und Marktkompetenz aus. Zwei von drei technologischen Vorreitern (62,5 Prozent) nutzen diese Möglichkeit, um Wissen weiterzugeben und zu erhalten - gegenüber 42 Prozent der "Nachzügler".

Dieter Becker: "Die Studie zeigt, dass eine hohe Leistungsfähigkeit der F&E den Unternehmenserfolg - hier gemessen am EBIT (earnings before interest and tax) - unterstützt. Für die Leistungsfähigkeit der F&E sind 'Zuverlässigkeit' und 'Umsatzanteil mit Neuprodukten' die entscheidenden Faktoren. Sie kann durch die zentralen 'Stellhebel' Projektsystematik, Prozessbeherrschung sowie Markt- und Technologiekompetenz beeinflusst werden."

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