Unterschiede zwischen den Trägergruppen
Ein Vergleich der Umsatzrentabilität der verschiedenen Krankenhausträger zeigt deutliche Unterschiede. Während die freigemeinnützigen Krankenhausträger sich mit 1,01 Prozent nahe am mittleren Wert aller Krankenhäuser bewegen, erreichen öffentliche Krankenhäuser nur etwa die halbe Rentabilität. Die Umsatzrentabilität der privaten Klinikbetreiber liegt mit 5,37 Prozent erheblich über der der beiden anderen Trägergruppen.
Privaten Krankenhäusern wird im allgemeinen eine im Vergleich zu anderen Trägern wirtschaftlichere Führung nachgesagt. KPMG pflegt eine umfangreiche Benchmarking-Datenbank, in der offengelegte Jahresabschlüsse von 345 Krankenhäusern aus Deutschland enthalten sind, darunter 140 öffentliche, 133 freigemeinnützige und 72 private.
Öffentliche Häuser mit höchstem Personalaufwand
Die Umsatzrentabilität wird wesentlich durch den Personal- sowie den Materialaufwand beeinflusst. Die Betrachtung des Personalaufwandes offenbart bereits deutliche Unterschiede. Während öffentliche Häuser mit 62,57 Prozent die durchschnittlich höchste Personalaufwandsquote aufweisen, haben freigemeinnützige eine mit 58,30 Prozent leicht niedrigere und private eine mit 50,18 Prozent deutlich geringere Personalaufwandsquote.
Die Gründe können vielfältig sein: Eine niedrigere Quote kann auf Ausgründungen von patientenfernen Bereichen wie Reinigung oder Catering zurückzuführen sein. Sie kann aber auch einen effizienteren Einsatz der Ärzte und Pflegekräfte im Rahmen von Prozessoptimierungen widerspiegeln.
Höhere Materialaufwandsquote bedeutet nicht höhere Fallschwere
Während die privaten Krankenhäuser eine im Vergleich zu allen Krankenhäusern um 1,70 Prozentpunkte geringere Materialaufwandsquote aufweisen, liegt die Materialaufwandsquote öffentlicher Krankenhäuser am Mittelwert. Die freigemeinnützigen Krankenhäuser haben die höchste Materialaufwandsquote. Der Materialaufwand umfasst Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Leistungen aus den Bereichen medizinischer Bedarf, Lebensmittel, Wasser, Energie und Brennstoffe sowie Wirtschaftsbedarf.
Beim medizinischen Bedarf je Fall ergibt sich ein interessantes Bild: Er schwankt zwischen 427,95 Euro bei freigemeinnützigen und 632,00 Euro bei privaten Krankenhäusern. Freigemeinnützige Krankenhäuser haben damit die höchste Materialaufwandsquote, gleichzeitig jedoch den geringsten medizinischen Bedarf je Fall. Demgegenüber weisen private Kliniken die niedrigste Materialaufwandsquote, jedoch den höchsten medizinischen Bedarf je Fall auf. Für all das gibt es vielfältige Gründe. Eines ist jedoch sicher: Eine höhere Materialaufwandsquote, erklärt sich nicht nur durch eine höhere Fallschwere; sie weist regelmäßig auf Reserven in den Prozessen hin.
Ansprechpartner
Prof. Dr. Volker Penter
Partner, Leiter Health Care
KPMG
Klingelhöferstraße 18
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