KPMG´s EMIAT 1/2009: M&A-Bilanz für Wachstumsmärkte und Industrienationen gleicht sich an
Die Anzahl der Übernahmen von Unternehmen in den Industriestaaten durch strategische Investoren aus den Wachstumsländern nehmen angesichts der Kreditkrise ab, bleiben jedoch noch auf höherem Niveau als M&A-Deals in die Gegenrichtung.
Das ergeben die im März 2009 veröffentlichten Daten des Emerging Markets International Acquisition Tracker (EMIAT) von KPMG für das zweite Halbjahr 2008. Der halbjährlich erhobene EMIAT analysiert Transaktionen zwischen den wachstumsstärksten Emerging Markets und den wichtigsten Industrienationen.
Demnach sank die Anzahl der Transaktionen von Wachstumsländern zu Industrieländern in der zweiten Hälfte von 2008 um 28 Prozent, während die Übernahmen von Unternehmen in den Schwellenländern durch Investoren aus den Industrieländern um 37 Prozent zurückgingen. Durch den größeren Einbruch in den Industrienationen kommt es 2009 zu einer weiteren Angleichung der M&A Bilanzen - ein Trend, der bereits seit zwei Jahren zu beobachten ist.
Der neue EMIAT für die zweite Jahreshälfte 2008 belegt 107 Übernahmen von Unternehmen in den Industriestaaten durch Investoren aus Schwellenländern - der niedrigste Stand seit der zweiten Jahreshälfte 2006. Umgekehrt wurden 230 Übernahmen von Unternehmen aus den Industriestaaten in den Emerging Markets verbucht. Dies ist der tiefste Stand seit Anfang 2003.
Mit Mittel- und Osteuropa wurde eine neue Region in die Analyse aufgenommen. Die Region hat sich bereits als attraktiver Wachstumsmarkt etabliert - allein 996 Übernahmen durch Unternehmen aus den Industrienationen fanden hier innerhalb der vergangenen fünf Jahre statt.
Thorsten Amann, Leiter des Bereichs High Growth Markets bei KPMG, kommentiert die Ergebnisse: „Faktoren wie der Vertrauensverlust im Zuge der Finanzkrise sowie staatliche Restriktionen und fehlende Finanzierungsmöglichkeiten werden das weltweite Investitionstempo weiterhin drosseln und sich auch in den nächsten Monaten für die Rückgänge von Investitionen in den Emerging Markets verantwortlich zeigen." Die Rückgänge seien hierbei aber kein Zeichen, dass die Wachstumsmärkte an Attraktivität verloren hätten. „Die grundlegenden Merkmale, die die Emerging Markets so interessant für Investitionen auszeichnen, bleiben weiterhin bestehen", so Amann. „Der Trend des steigenden Kapitalflusses von West nach Ost ist nicht zu Ende, er wurde lediglich aufgeschoben."
Der halbjährlich von KPMG veröffentlichte EMIAT berücksichtigt abgeschlossene M&A-Deals, die mindestens zu einer Beteiligung von 10 Prozent am Kaufobjekt führten. Die Daten beruhen auf Material von Zephyr / Bureau von Dijk Electronic Publishing.
Die Untersuchung berücksichtigt die Übernahmeaktivitäten zwischen elf ausgewählten Industriestaaten - Großbritannien, USA, Kanada, Spanien, Frankreich, Deutschland, Holland, Italien, Südafrika, Australien und Japan - sowie elf ausgewählten Emerging Markets: Indien, China, Russland, Brasilien, Südkorea, Vietnam, Macau, Hongkong, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Mittel- und Osteuropa (als eine Gesamtregion).
Quelle: KPMG's EMIAT 1/2009
Thorsten Amann
T +49 89 9282-1115
tamann@kpmg.com
Partner, Leiter High Growth Markets Practice
KPMGGanghoferstraße 29
80339 München
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