Sarbanes-Oxley Act (SOX)

Der 2002 vom US-Kongress verabschiedete Sarbanes-Oxley Act gilt als wichtigste Neuordnung der Finanzberichterstattung für börsennotierte Unternehmen in den USA seit den 1930er Jahren.

Hintergrund des Gesetzes sind die Unternehmenszusammenbrüche von Enron und Worldcom sowie weitere Fälle aufsehenerregender Bilanzfälschungen.

Strengere Anforderungen an Unternehmen und Prüfer
Ziel der Neuregelungen, die unter dem Kürzel SOX firmieren, ist die Wiederherstellung des Vertrauens der Anleger in die Richtigkeit der veröffentlichten Finanzdaten von Unternehmen, die den US-amerikanischen Rechtsvorschriften unterliegen. Dazu gehören insbesondere die deutschen Unternehmen, deren Wertpapiere an einer US-Börse gehandelt werden sowie deutsche Tochterunternehmen US-amerikanischer Gesellschaften.

Neben einer Neuregelung der Verantwortlichkeiten von Unternehmensmanagern und einer verschärften Haftung der Wirtschaftsprüfer, stellt SOX auch strengere Anforderungen an die Richtigkeit von veröffentlichten Finanzdaten. Daneben präzisiert das Gesetz das Verhältnis zwischen Abschlussprüfer und Mandant. Schließlich wurde durch SOX eine neue Aufsichtsbehörde zur Überwachung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften geschaffen: das Public Company Oversight Accounting Board (PCAOB). KPMG in Deutschland wurde als erste deutsche Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vom PCAOB in den USA zugelassen.

IKS: KPMG unterstützt bei Einrichtung und Überprüfung
Sarbanes-Oxley Section 404 verlangt die Einrichtung eines funktionsfähigen internen Kontrollsystems (IKS) und dessen Dokumentation. Dabei sind sämtliche interne Kontrollen, die in Zusammenhang mit der Rechnungslegung stehen, Gegenstand dieser Regelung. Zusammen mit der quartalsweisen und jährlichen Berichterstattung ist die Einschätzung und Bewertung der Zweckmäßigkeit dieses Kontrollsystems durch die Unternehmensleitung zu veröffentlichen. Der Jahresabschlussprüfer bestätigt und berichtet über die regelmäßige Einschätzung der Unternehmensleitung.

Naibutousei - SOX auf Japanisch
Die japanische „Financial Services Agency" hat am 15. Februar 2007 neue Anforderungen für Unternehmen veröffentlicht, die an der japanischen Börse gelistet sind.

Der japanische Standard Naibutousei - auch J-SOX genannt - orientiert sich an den Anforderungen des US-Wertpapiergesetzes Sarbanes-Oxley Act von 2002 (SOX). J-SOX stellt für japanische Unternehmen eine ähnlich hohe Herausforderung dar wie für Unternehmen, die zuvor nach den Richtlinien der US-amerikanischen Börsenaufsicht, der Securities and Exchange Commission (SEC), gelistet waren.

 

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