Planungsmodelle und Finanzprognosen: In Szenarien rechnen und planen
Eine verlässliche Planung gehört zu den großen Herausforderungen der Unternehmen. Kapitalmarkt, Aufsichtsorgane, Rating-Agenturen, Banken und Analysten, aber auch Lieferanten und Kunden wollen nicht nur in Krisenzeiten wissen: Wie sieht die aktuelle Lage aus und wie die Zukunft?
Nur wenige Unternehmen verfügen über die entsprechenden Instrumentarien, um eine ebenso belastbare wie flexible Planungsrechnung aufzustellen. Somit fällt es schwer, kurzfristige Änderungen im wirtschaftlichen Umfeld adäquat in der Planung zu berücksichtigen.
Zentrale Fragen bleiben offen: Wie könnten sich Veränderungen etwa durch konjunkturelle Einbrüche auf die Geschäftsentwicklung auswirken? Sind die Werttreiber von heute auch morgen noch tragfähig? Wie lassen sich finanzwirtschaftliche Risiken frühzeitig erkennen und in der Planung abbilden?
Auch mit Unsicherheit kann man rechnen
Der Blick in die Zukunft ist stets mit Unsicherheit verbunden, doch auch mit Unsicherheit kann gerechnet und geplant werden. Methodisch ist dabei vor allem eines wichtig: eine genaue Markt- und Branchenkenntnis, um Businessmodelle durch Vergangenheits- und strategische Analysen objektiv und realistisch zu analysieren und zu plausibilisieren.
Technisch setzt dies voraus, dass leistungsfähige Planungs-, Finanzierungs- und Budgetierungstools im Einsatz sind. Sie dienen als zentrale Steuerungsinstrumente und als Grundlage für strategische Entscheidungen. In dieser Funktion spielen sie nicht nur für Investitions- oder Desinvestitionsentscheidungen eine bedeutende Rolle, sondern insbesondere auch für Sensitivitäts- und Szenarioanalysen.
Planungsmodelle erhöhen die Transparenz
Das Thema Planung steht nicht erst seit der Wirtschaftskrise ganz oben auf der Agenda bei CFOs. Doch im Abschwung hat sich besonders deutlich gezeigt, dass viele mit den eigenen Planungs-, Budgetierungs- und Prognoseprozessen unzufrieden sind.
Schwierigkeiten bereiten vor allem die Bewältigung der Komplexität, der fehlende Fokus auf wesentliche Werttreiber, die unzureichende Flexibilität vorhandener Planungstools zur Abbildung und Simulation von Unternehmensentscheidungen und die mangelnde Integration der Teilpläne von Geschäfts- und Funktionsbereichen.
Gerade mit Blick auf die Dynamik in den Märkten müssen Entscheider jedoch in der Lage sein, kontinuierlich eingehende Informationen zeitnah zu integrieren und in wenigen Kennzahlen verdichtet darzustellen. Die Standardisierung von Planungsprozessen und -modellen bietet hier deutliche Vorteile. Als kurzfristige Lösungsstrategie bietet es sich an, ein integriertes Finanzmodell auf Basis von Tabellenkalkulationen zu implementieren. Es erhöht bereits die Transparenz über Werttreiber- und Kostenstrukturen und somit die Planungssicherheit insgesamt.
Integrierte Systemlösungen verbessern die Effizienz und Prognosefähigkeit
Eine standardisierte und mit dem Berichtswesen verbundene Systemlösung hilft dauerhaft, die Qualität im Planungsprozess zu erhöhen. Dies setzt voraus, dass die Systeme auf eine unternehmensweit einheitliche Stammdaten- und Berichtsplattform zurückgreifen. Damit wird es möglich, alle Teilpläne aus den Geschäfts- und Funktionsbereichen automatisch zu integrieren und einen effizienten Plan-/Ist-Abgleich durchzuführen.
Gleichzeitig lassen sich so auch vergleichende Auswertungen effizient durchführen, um beispielsweise besser beurteilen zu können, wie sich Handlungsalternativen in ihren Auswirkungen unterscheiden. Dadurch verbessern sich sowohl die Prognosefähigkeit als auch die Steuerbarkeit des Unternehmens nachhaltig.
Mit Planungstools finanzwirtschaftliche Risiken frühzeitig erkennen
Planungsmodelle und -systeme sind wesentliche Hilfsmittel, um zu analysieren, wie sich schwankende Fremdkapitalkosten oder Umsatzeinbrüche auf die Liquiditätssituation des Unternehmens auswirken. Liquiditätsrisiken lassen sich so früher erkennen und in Planungsszenarien hochrechnen.
Die Praxis zeigt, dass vorhandene Planungstools häufig fehlerbehaftet sind und somit keine zuverlässigen Daten liefern. Hier kann es sich lohnen, bestehende Systeme auf die Probe zu stellen und zu evaluieren oder individualisierte Planungsmodelle zu implementieren - sei es kurzfristig auf Basis von Tabellenkalkulationen oder nachhaltig mittels integrierter Planungssysteme.
Bernd Trautwein
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