"Unternehmen müssen sich über ihre Risiken klar werden"
Thorsten Amann, Leiter International Markets, über die Folgen der Wirtschaftskrise für das Auslandsgeschäft, neue Geschäftsstrategien für Global Player und die Rolle von KPMG als Partner der Unternehmen.
Auch die Wachstumsmärkte leiden unter der weltweiten Rezession. Welche Folgen hat das für ausländische Unternehmen, die dort aktiv sind?
Die Krise bedeutet einen Umbruch im Auslandsgeschäft. Bisher war Kapital für Engagements in Ländern wie China oder Indien zu günstigen Konditionen verfügbar. Inzwischen bewerten Banken das Kreditrisiko deutlich strenger. Länder-Ratings der Investitionsstandorte und das sogenannte Transferrisiko spielen eine viel wichtigere Rolle als früher. Dadurch geht der Investitionsstrom in die neuen Märkte immer weiter zurück. Für die Unternehmen geht es jetzt darum, sich schnell und angemessen auf die neuen Marktbedingungen einzustellen.
Welche Maßnahmen sind Erfolg versprechend?
Die Auslandsstrategie insgesamt muss auf den Prüfstand. Die Unternehmen müssen sich über die mit den jeweiligen Engagements verbundenen Risiken klar werden. Das betrifft langfristige Wachstumsperspektiven genauso wie beispielsweise die Gefahr der Schädigung durch Wirtschaftskriminalität. Angesichts zunehmender Liquiditätsprobleme wird auch die steuerliche Strategie immer wichtiger. Schließlich kommt in einzelnen Fällen auch ein Rückzug aus dem Wachstumsmarkt infrage. Allerdings sind Desinvestitionen sorgfältig vorzubereiten, um teure Sanktionen - beispielsweise weil man zuvor Steuerrabatte erhalten hat - zu vermeiden.
Können die Unternehmen im Wettbewerb auch von der Krise profitieren?
Das derzeitig schwierige Umfeld bietet auch Wachstumsmöglichkeiten. Angesichts deutlich gesunkener Unternehmenswerte ist für robust aufgestellte Unternehmen jetzt die Chance für Übernahmen da. Dabei muss es nicht immer um den Kauf ganzer Konzerne gehen, sondern zum Beispiel auch um einzelne Fabriken oder Produktionsstandorte, die für die Konkurrenz strategisch an Bedeutung verloren haben.
Wie können wir unsere Mandanten in dieser Situation unterstützen?
KPMG verfügt über ein umfassendes Portfolio an geschäftsbereichsübergreifenden Dienstleistungen, die wir weltweit anbieten können. Wir begutachten oder bewerten zum Beispiel die Vermögenswerte zur Kreditbesicherung, beraten die Unternehmen dabei, die Steuerbelastung zu optimieren und helfen ihnen, sich vor Firmenspionage zu schützen. Wir unterstützen unsere Mandanten beim Rückzug genauso wie bei der Suche nach neuen Standorten, beim Verkauf von Unternehmensteilen, aber auch bei der Übernahme von Wettbewerbern. Die Krise stellt unsere Mandanten vor große Herausforderungen, bietet ihnen aber auch die Chance, sich für die Zukunft zu positionieren - und zwar mit KPMG als langfristigem Partner.
Lesen Sie hier mehr zu den einzelnen Artikeln und Themen aus der Publikation "Auslandsstrategie auf dem Prüfstand":
- Transferrisiken: Bewertung und Bonität bei Auslandskrediten verbessern
- Wirtschaftskriminalität: Für mehr Transparenz und Risikofrüherkennung sorgen
- Businessplanung: Geschäftsstrategie anpassen für neue Wachstumschancen
- Steuerstrategie: Finanzströme effizient und flexibel gestalten
- Desinvestitionen: Geschäftsabwicklung effektiv managen
- Interview mit Thorsten Amann zum Thema Auslandsstrategie: "Unternehmen müssen sich über ihre Risiken klar werden"
Thorsten Amann
T +49 89 9282-1115
tamann@kpmg.com
Partner, Leiter High Growth Markets Practice
KPMGGanghoferstraße 29
80339 München
Auslandsstrategie auf dem Prüfstand
In der Sonderpublikation greifen KPMG-Fach- und Länderspezialisten kritische Fragen auf, die sich vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise für das Auslandsgeschäft stellen: Wie lassen sich Transferrisiken beherrschen? Welche steuerliche Strategie eignet sich für die Krisenlage? Was ist bei Desinvestitionen zu beachten? Die Veröffentlichung analysiert die aktuellen Herausforderungen für international aufgestellte Unternehmen und zeigt Lösungsansätze auf.
Datum: 10.06.2009 | Größe: 3671,50kB
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