Automotive: "Europa könnte in der globalen Restrukturierung den Anschluss verpassen"
Was ist der Unterschied zwischen Right-Sizing und Restructuring? Im vergangenen Jahr reduzierten mehr und mehr Unternehmen ihre Kosten und konzentrierten sich auf ihr Kerngeschäft. Ihr Ziel: sich nicht nur zu verschlanken, sondern ihre Ausgangsposition auch zu verbessern. Doch der Schlüssel liegt in der Implementierung: Nur, was richtig umgesetzt und kommuniziert wird, führt zum Erfolg.
Auf dem "European Manufacturing Executive Round Table” diskutierten im Porsche-Museum in Stuttgart über dreißig Vorstände, Aufsichtsräte und Geschäftsführer zum Thema „Right Sizing: Financing Capacity and Product Range". Aufgrund der Wirtschaftskrise war das Thema von hoher Aktualität und Interesse.
Wirtschaftskrise verläuft wie ein "W"
Walther Wever, Vizepräsident und General Manager von Johnson Controls Power Solutions, vergleicht den Verlauf der Wirtschaftskrise mit den 1930er Jahren und dem Buchstaben "W": Die erste Talsohle sei bereits erreicht, in Kürze erwarte er eine Aufwärtsbewegung, danach gehe es erneut bergab, bevor sich die Industrie schließlich nachhaltig erholen wird.
Der Hersteller von Starterbatterien reduzierte massiv die Kosten, um seine weltweit führende Position zu halten. Für die Zukunft erwartet Wever einen noch stärkeren Preisdruck und spricht sogar von Preiskampf.
Bessere Wettbewerbsposition bisher versäumt
Professor Willi Diez von der Universität Geislingen warnt, dass Europa den "Anschluss in der globalen Restrukturierung verpassen könnte". Auch Dieter Becker, Partner bei KPMG und Sektorleiter Diversified Industrials und Automotive, weist darauf hin, dass bisher versäumt wurde, die europäische Autoindustrie in eine bessere Wettbewerbsposition für die Zukunft zu bringen.
In den Diskussionen am Runden Tisch waren sich die Teilnehmer einig, dass die Forschung an Batterien oder Halbleiter für die Wirtschaft systemrelevant sei. Sie fordern hier mehr staatliche Unterstützung. Ihr Eindruck: Europa restrukturiert seine Schlüsselindustrien langsamer als Nordamerika oder Asien. Die europäischen Länder richten sich derzeit eher nach nationalen als globalen Interessen.
Mitarbeiter weiter motivieren
Thomas Lynch, Vorstand des Automobilzulieferers Tyco Electronics betonte in seiner Key Note, wie wichtig die richtige Kommunikation in der Krise sei. Seine Mitarbeiter können über eine interne Website ihre Fragen an das Management richten. Die Führungsspitze strahlt monatliche Wecasts aus. Wesentliches Ziel: Die Angestellten weiterhin eng an das Unternehmen zu binden und trotz schlechter Nachrichten motiviert zu halten.
Zusätzlich, so Lynch weiter, verstärkt Tyco den Informationsaustausch mit ihren Kunden. Das ermöglicht dem Unternehmen zum einen bei eintretendem Aufschwung besser aufgestellt zu sein, zum anderen verbessert das zusätzliche Wissen die Zuverlässigkeit von eigenen Prognosen. Bis Ende September erwartet Lynch erste stabilere Zahlen.
Der diesjährige European Manufacturing Executive Round Table fand am 13. Mai im neu eröffneten Porsche Museum in Stuttgart statt. Im Anschluss besichtigten die Teilnehmer und Referenten das exklusiv für sie geöffnete Porsche Museum.
European Manufacturing Executive Round Table 2009
Auf dem "European Manufacturing Executive Round Table” diskutierten im Porsche-Museum in Stuttgart über dreißig Vorstände, Aufsichtsräte und Geschäftsführer zum Thema "Right-Sizing: Financing Capacity and Product Range". Der englischssprachige Summary stellt Key Notes, Diskussionsverlauf und Ergebnisse übersichtlich zusammen.
Datum: 01.08.2009 | Größe: 1086,41kB
Ansprechpartner
Gerhard Dauner
Partner, Diversified Industrials
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