KPMG-Umfrage: Versicherer sehen sich besser gegen Risiken gewappnet
Durch die regulatorischen Neuerungen, wie z.B. Solvency II, sehen sich die Versicherer langfristig besser gegen Risiken gewappnet. Zunächst befürchten Sie aber, dass sich dadurch ihr Wachstum in den kommenden drei Jahren verlangsamen wird. Das zeigt eine internationale KPMG-Umfrage unter 392 Versicherern in 47 Ländern.
Insgesamt hat die Versicherungsbranche die Finanzkrise gut überstanden. Gründe dafür sind, dass Versicherer in der Regel eine konservative Geschäftspolitik verfolgen und das Risikomanagement von je her zum Kerngeschäft der Branche gehört. Doch die kommenden Jahre bergen auch für die Versicherer zahlreiche Herausforderungen: Die größte Herausforderung, die regulatorischen Anforderungen, sind aber zugleich auch eine Chance!
„Versicherer sehen in den zunehmenden regulatorischen Anforderungen eine gute Gelegenheit, ihr Risiko- und Kapitalmanagement weiter zu verbessern", sagt Frank Ellenbürger, KPMG-Vorstandsmitglied und Leiter des globalen Versicherungsbereichs. „Kurzfristig werden die entsprechenden Investitionen sicherlich das Wachstum der Unternehmen bremsen, aber im Endeffekt werden sie dadurch für die Zukunft besser aufgestellt sein."
So gehen knapp zwei Drittel der Befragten davon aus, dass sich die wachsende Regulierung positiv auf das Risikomanagement ihres Unternehmens auswirkt; mehr als die Hälfte erwartet künftig mehr finanzielle Stabilität. Jedoch befürchtet nahezu jedes zweite Unternehmen ein gebremstes Wachstum aufgrund der regulatorischen Anforderungen. Darüber hinaus lässt die KPMG-Umfrage unter den Befragten folgende Trends erkennen:
- Hauptmotiv zur Stärkung des Risiko- und Eigenkapitalmanagements ist eine nachhaltige Verbesserung der Unternehmenssteuerung und weniger eine bloße Umsetzung der regulatorischen Anforderungen.
- Die Mehrzahl der Unternehmen gibt an, dass die interne Kommunikation identifizierter Risiken in den Unternehmen gut funktioniert. Laut der Studie besteht aber in den Unternehmen nicht durchgängig das Wissen hinsichtlich einer adäquaten Interpretation der Ergebnisse aus den internen Risikomodellen.
- Viele Versicherer erkennen, dass eine engere Abstimmung zwischen Risikomanagement, Kapitalmanagement und den anderen Unternehmensbereichen zwingend erforderlich ist.
- Die Bereitstellung von zuverlässigem und exaktem Datenmaterial ist der Schlüssel zu einem effektiven Risiko- und Kapitalmanagement. Allerdings zögern viele Versicherer noch, die entsprechenden Investitionen zu tätigen.
Ansprechpartner
Dr. Frank Ellenbürger
Mitglied des Vorstands, Sektorleiter Insurance
KPMG
Ganghoferstraße 29
80339 München
T +49 89 9282-1867 | fellenbuerger@kpmg.com
