Wirtschaftskriminalität 2010: Mittelstand unterschätzt Gefahr

Immer mehr deutsche Unternehmen sehen sich durch Wirtschaftskriminalität bedroht. Das zeigt die KPMG-Studie "Wirtschaftskriminalität in Deutschland 2010" (PDF, 0.7 MB), für die 300 Führungskräfte aus allen Branchen befragt wurden. In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Unternehmen, die wirtschaftskriminelle Handlungen als ernsthaftes Problem betrachten, auf 80 Prozent gestiegen, bei Großunternehmen sogar auf 90 Prozent.

Viele Unternehmen haben inzwischen ein umfassendes Fachwissen über wirtschaftskriminelle Handlungsmuster aufgebaut. So setzen 91 Prozent der Unternehmen im Rahmen der Aufklärungsarbeit auf interne Kräfte - ein Anstieg um 20 Prozentpunkte.

Paradigmenwechsel beim Mittelstand erforderlich
Der Mittelstand jedoch unterschätzt die Bedrohung durch wirtschaftskriminelle Handlungen noch immer. Viele dieser Unternehmen wähnen sich weniger gefährdet als Großkonzerne. Sie vernachlässigen aufgrund des Vertrauensverhältnisses zu ihren Mitarbeitern oft interne Kontrollsysteme. Alarmierend ist in diesem Zusammenhang, dass nur die Hälfte der befragten Unternehmen in den letzten drei Jahren verstärkt Maßnahmen zur Verhinderung des Verlustes von sensiblen Informationen ergriffen hat..

Professionalisierung in der Reaktion zum Schutz vor Reputationsschäden nötig
Unternehmen sollten sich bei der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität nicht ausschließlich auf die klassischen Bereiche wie Einkauf und Vertrieb konzentrieren. Denn auch die Rechnungslegung oder das Kreditmanagement sind immer stärker betroffen. Im Fokus bei der Betrugs- und Korruptionsbekämpfung stand bislang die Aufdeckung und Aufklärung wirtschaftskrimineller Handlungen. Allerdings vernachlässigen viele Unternehmen ihre Reaktionsfähigkeit auf konkrete Fälle sowie den Umgang mit Verdachtsfällen. Dadurch steigt die Gefahr von Reputationsschäden.

Bestehende Systeme wiegen Unternehmen in falscher Sicherheit
Viele Unternehmen verlassen sich zu sehr auf die eingeführten technischen Maßnahmen und präventiven Kontrollen. Oft passen sie diese Systeme nicht an ein sich veränderndes Umfeld an. Prävention wird eher als "Rundumschlag" betrieben, anstatt Verhaltens- und Betrugsmuster zu analysieren und auf dieser Basis die Maßnahmen gezielt zu planen.

Oft vernachlässigt: Compliance und Prävention
Häufig befinden sich Unternehmen mit Kunden und Lieferanten in einer eng verzahnten Lieferkette. Innerhalb dieser Kette bildet Wirtschaftskriminalität häufig ein Risiko für das eigene Unternehmen. Die meisten Firmen sind auf diese Risiken kaum ausreichend eingestellt: Lediglich 29 Prozent der Befragten gaben an, Integritätskriterien in die Lieferantenbewertung beziehungsweise -entwicklung aufzunehmen.

Wie prominente Skandale gezeigt haben, können Maßnahmen zur Prävention von wirtschaftskriminellen Aktivitäten Gefahren bergen. Besonders wenn Mitarbeiterdaten in eine Prüfung einbezogen werden, kann der Grat zum Gesetzesverstoß oft sehr schmal sein. Offensichtlich haben jedoch viele Firmen die Gefahren dem Spannungsfeld "Kontrolle und Aufklärung versus Datenschutz" noch nicht erkannt.

Umfassende Forensic-Expertise: Wirtschaftskriminalität vermeiden und bekämpfen
Die Forensic-Fachleute von KPMG besitzen umfassende Expertise in der Prävention und bei der Aufklärung wirtschaftskrimineller Handlungen. Unser Wissen bietet - verknüpft mit einem breit gefächerten Erfahrungsschatz - eine praktische Ausrichtung bei der Analyse, Aufdeckung und Beratung wirtschaftskrimineller Sachverhalte in Unternehmen und Behörden.

 

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Wirtschaftskriminalität in Deutschland 2010

Immer mehr deutsche Unternehmen sehen sich durch Wirtschaftskriminalität bedroht. Vor allem der Mittelstand unterschätzt zentrale Risiken und ist auf den Ernstfall oft schlecht vorbereitet.

Datum: 12.01.2010 | Größe: 678,57kB

Ansprechpartner

Dr. Frank Weller

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