Zweiter Anlauf

Chinesische Autobauer setzen erneut an, den europäischen Markt zu erobern. Anders als beim ersten Versuch scheinen die Autos von SAIC, Geely und BYD nun technisch wettbewerbsfähig zu sein - zumindest im Niedrigpreissegment. Und in Sachen Elektromobilität. 

Als einige chinesische Autohersteller vor einigen Jahren versuchten, sich mit ihren Billigmodellen auf dem westeuropäischen Markt zu behaupten, scheiterten sie aufgrund von Verarbeitungs- und Sicherheitslücken kläglich. Das Image der gesamten chinesischen Autoindustrie wurde damals beeinflusst, die Fahrzeuge wurden von deutschen Medien als "China-Kracher" verspottet, die Asiaten zogen sich geschlagen zurück. 
 
China überholt USA
Doch jetzt setzt die Branche zum zweiten Anlauf an, und diesmal haben sich die Vorzeichen verändert. 2009 hat China die USA erstmals als größten Autoabsatzmarkt der Welt abgelöst. Aus solchem Wachstum schöpfen die Unternehmen die Kraft für Investitionen in neue Technik und die Expansion ins Ausland. Die Regierung der Volksrepublik unterstützt sie und hat die Parole ausgegeben, dass ein chinesischer Hersteller in fünf Jahren zu den Top Ten der Welt zählen soll.

Bisher konkurrieren noch mehr als 100 Hersteller in China miteinander. Um die Branche zu konsolidieren, bekommen Unternehmen derzeit nur noch die Genehmigung, ihre Kapazitäten auszubauen, wenn es nachweislich keine Möglichkeit für Fusionen oder Übernahmen gibt.

Lernkurve zeigt steil nach oben
Technologiepartner aus dem Westen durften nur unter Bedingung in China produzieren, dass sie Joint Ventures mit Einheimischen eingingen. Die Chinesen bewegen sich dadurch äußerst schnell auf der Lernkurve. Sie haben auch aus den Fehlern der ersten Exportoffensive gelernt. So könnte die Technik der ehemaligen "China-Kracher" in wenigen Jahren konkurrenzfähig sein - jedenfalls bei Neuwagen. Ob die Autos auch über die gesamte Lebensdauer bestehen, bleibt abzuwarten.
 
Wichtiges Thema für Chinas Autobauer: Elektromobilität
Die Unternehmen setzen verstärkt auf Batteriebetrieb und werden sich für den europäischen Markt auf Hybridfahrzeuge und Elektroautos konzentrieren.

"Beim Verbrennungsmotor haben deutsche und europäische Hersteller einen Vorsprung von mehr als 100 Jahren", erklärt BYD-Marketing-Chef Paul Lin. Wir glauben nicht, dass wir das in kurzer Zeit aufholen können." Also setzt BYD, ein Unternehmen, das mit der Herstellung von Laptop- und Handyakkus groß geworden ist, eben auf den automobilen Batteriebetrieb.
 

 

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