Versicherungen: Die Auslagerung von Risiken wird für Versicherer immer wichtiger

Mit der Einführung von Solvency II stehen die Unternehmen der Versicherungswirtschaft vor wesentlichen Herausforderungen. Vor allem die sich neu ergebenden Eigenmittelanforderungen und das interne Risikomanagement rücken in den Fokus. Nicht mehr gezeichnetes Geschäft („Discontinued Business") sowie dessen aktive Ablösung und Reduzierung („Run-off") gewinnt bei den Versicherern im deutschsprachigen Raum zunehmend an Bedeutung.

So hat sich das geschätzte Volumen der aktiv abzuwickelnden Schadenreserven seit 2007 von 17 Milliarden Euro auf 45 Milliarden Euro fast verdreifacht. Das geschätzte Marktvolumen an Discontinued Business ist im selben Zeitraum von 75,2 Milliarden auf 115 Milliarden Euro gestiegen. Das hat eine KPMG-Umfrage (PDF, 0.7 MB) unter 153 Versicherern in Deutschland, der Schweiz und Österreich ergeben.

Rückstellungen mehr als die Hälfte des Marktes
Die versicherungstechnischen Rückstellungen der Teilnehmer betragen insgesamt knapp 200 Milliarden Euro und entsprechen somit mehr als der Hälfte des gesamten Marktes. 85 Prozent der Befragten geben an, Discontinued Business zu führen. Die häufigsten Gründe für einen aktiven Run-off sind nach Angaben der Befragten eine ungünstige Schadenentwicklung, die Aufgabe eines Geschäftsfeldes sowie die Optimierung der Kapitalunterlegung und die Entlastung der Bilanz. Neben dem Schutz bestehender Kundenverbindungen wird als ein wesentlicher Grund, Run-off nicht aktiv zu betreiben, Ressourcenknappheit genannt.

Die Autoren der Studie, Thomas Korte (Senior Manager) und Philipp Kleyser (Manager) stellten fest, dass einige Versicherer - bei zunehmender Tendenz - unter Run-off auch die Abwicklung von Verträgen aus noch aktiv gezeichnetem Geschäft verstehen. Dies ist unter anderem die Konsequenz einer genaueren Risikobewertung der eigenen Bestände.

Trend durch Solvency II verstärkt
„Discontinued Business und aktiver Run-off sind bei den meisten Versicherern inzwischen bedeutende Bereiche der Unternehmenssteuerung", so die Einschätzung von KPMG-Vorstand Dr. Frank Ellenbürger. Große Marktteilnehmer hätten entsprechende Abteilungen aufgebaut, die sich ausschließlich damit beschäftigen, diese Bestände zu bündeln und abzuwickeln. Dieser Trend werde sich durch die steigenden Eigenmittelanforderungen nach Solvency II verstärken, so Dr. Frank Ellenbürger weiter.

 

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Run-Off Studie 2010: Aktuelle Trends in der Schaden-, Unfall- sowie Rückversicherung in Deutschland, der Schweiz und Österreich

Bei den Versicherern im deutschsprachigen Raum gewinnt nicht mehr gezeichnetes Geschäft sowie dessen aktive Ablösung und Reduzierung („Run-off") zunehmend an Bedeutung. So hat sich das geschätzte Volumen der aktiv abzuwickelnden Schadenreserven fast verdreifacht. Das ergab eine KPMG-Umfrage unter 153 Versicherern in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Datum: 14.06.2010 | Größe: 683,18kB

Run-Off Survey 2010: Run-Off in property/ casualty insurance and reinsurance in Germany, Switzerland and Austria

The impact of Solvency II will be felt in the discontinued business and run-off arena as well. This survey shows in no uncertain terms that few insurers have yet come to grips with the proactive management of their discontinued business or set up special departments to address this area. That makes it all the more important for us to prepare and support the German insurance industry for the arrival of Solvency II.

Größe: 501,86kB

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