Ausgabe 37/2010: IASB veröffentlicht ED/2010/9 zur bilanziellen Abbildung von Leasingverträgen

Das IASB hat gemeinsam mit dem FASB am 17. August 2010 den ED/2010/9 Leases veröffentlicht.  ED/2010/9 enthält Vorschläge zur Verbesserung der Bilanzierung von Leasingverhältnissen.

Die derzeitige Bilanzierung eines Leasingverhältnisses nach IAS 17 hängt von der Klassifikation in ein Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnis ab. Kerngedanke des ED/2010/9 ist die generelle bilanzielle Erfassung aller Leasingverhältnisse und der damit einhergeheneden vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz des Leasingnehmers. Nach dem im ED vorgeschlagenen Right-of-Use-Ansatz bilanziert der Leasingnehmer künftig ein Nutzungsrecht am Leasingobjekt (Right-of-use Asset) und eine Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten.

Auch Leasinggeber werden von den vorgeschlagenen Änderungen betroffen sein. Dabei werden zwei verschiedene Modelle vorgeschlagen: die Methode der Leistungsverpflichtung  (performance obligation approach) und die Ausbuchungsmethode (derecognition approach). Nach der Methode der Leistungsverpflichtung würde der Leasinggeber den vermieteten Vermögenswert, den Anspruch auf die Leasingzahlungen und eine Verbindlichkeit für die Gewährung der Nutzung des vermieteten Gegenstands ansetzen. Bei der Anwendung der Ausbuchungsmethode wird der vermietete Vermögenswert zum Teil ausgebucht und ein Anspruch auf die Leasingzahlungen eingebucht.

Leasinggeber, die ihre vermieteten Immobilien zum Verkehrswert bilanzieren, sind von den neuen Vorschriften befreit.

ED/2010/9 steht auf der Internetseite des IASB zum Download zur Verfügung. Stellungnahmen können bis zum 15. Dezember 2010 beim IASB eingereicht werden.

 

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