Schiefergasvorkommen in Zentral- und Osteuropa mit enormem Potenzial

Im kommenden Jahrzehnt könnte Zentral- und Osteuropa, allen voran Polen, Rumänien und die Ukraine, ein wichtiger Markt für die Produktion von Schiefergas werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von KPMG (Teil 1, PDF, 2 MB).


Besonders der wachsende Energiebedarf und die Abhängigkeit von Russland als Energielieferant könnten diese Entwicklung vorantreiben. "Es besteht kein Zweifel daran, dass die Entwicklung der Schiefergasindustrie für diese Region unausweichlich ist - in etlichen Ländern gibt es gesicherte Vorkommen von Schiefergas und ausnahmslos alle diese Länder sind stark daran interessiert, ihre Energieversorgung zu diversifizieren", sagt Steve Butler, KPMG in Ungarn, Energieexperte und Mitautor der Studie.

Bedarf steigt stetig
Bislang stammt der Großteil des in Zentral- und Osteuropa verbrauchten Erdgases aus Russland. Im Jahr 2010 wurden 69 Prozent des Gasbedarfes durch Importe gedeckt, die ihrerseits zu 90 Prozent aus Russland kamen. Zudem wird der Erdgasverbrauch in der gesamten Europäischen Union in den kommenden Jahren stetig wachsen. Bis 2015 rechnen Branchenkenner mit rund 3,2 Prozent Wachstum, bis 2030 mit jährlich rund 1,6 Prozent.

Hohe Anforderungen an Unternehmen
KPMG-Experte Butler gibt auch zu bedenken, dass Investoren bei Projekten im Energiesektor Zentral- und Osteuropas vor einigen Herausforderungen stehen, da Bodenschätze laut Gesetz üblicherweise nicht dem Grundbesitzer, sondern dem Staat gehören; außerdem stellen die Umweltschutzbestimmungen hohe Anforderungen. Auch geologische Faktoren erschweren teilweise die Erschließung der Vorkommen. Im Durchschnitt liegen die Schiefergasvorkommen Zentral- und Osteuropas beispielsweise um die Hälfte tiefer im Erdboden als vergleichbare Vorkommen in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Förderung steht noch am Anfang
Noch stecken die Projekte zur Förderung des Schiefergases in den Kinderschuhen. In einigen Märkten halten hohe Explorationskosten die Entwicklungen derzeit noch zurück, während im Februar 2012 in Polen bereits 111 Konzessionen an 30 Unternehmen vergeben wurden, um die Gasvorkommen zu erschließen.

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Mark Bownas

Länderspezialist Zentral- und Osteuropa

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