Nachhaltigkeit: Sicherung der Kontinuität - keine leere Worthülse

Nachhaltiges Management ist für Familienunternehmen ein wichtiger Baustein für die generationenübergreifende Ausrichtung und Sicherung ihrer Unternehmen. KPMG-Fachmann Joachim Ganse erläutert Möglichkeiten der Anwendung. Mehr Informationen erhalten Sie auch im ausführlichen Fachartikel "Nachhaltigkeit im Supply Chain Management" (PDF)

Die Sicherung der Kontinuität des Familienunternehmens ist ein Anliegen vieler Familienunternehmer, dem viel Zeit und Aufwand gewidmet wird. Eine bis dato eher vernachlässigte Möglichkeit hierfür ist das Nachhaltige Supply Chain Management, das nicht nur das eigene Unternehmen betrachtet, sondern auch die über die Supply Chain verbundenen Unternehmen berücksichtigt.

Nachhaltiges Supply Chain Management adressiert eine Vielzahl von Geschäftsrisiken aus den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie (ESG), die die Kontinuität des Unternehmens und seinen langfristigen Erfolg gefährden.

Durch das aktive und frühzeitige Management dieser Geschäftsrisiken können Unternehmer rechtzeitig Maßnahmen ergreifen und so langfristig hohe Kosten vermeiden.

Vorbeugende Steuerung von Geschäftsrisiken
Nachhaltigkeit wird immer mehr durch eine Vielzahl von Gesetzen und gesetzähnlichen Vorgaben reguliert. Wichtigste Normen und Gesetze für Familienunternehmen sind die ISO-Normen 14001 (Umweltmanagementsysteme) und 50001 (Energiemanagementsysteme). Hinzu kommen der EU-Treibhausgashandel EU-ETS und die G3.1. Guidelines der Global Reporting Initiative (GRI), die mittlerweile der de facto Standard zur Berichterstattung von Nachhaltigkeitsinformationen darstellen.

Ein weiterer Aspekt der Steuerung von Geschäftsrisiken ist der Schutz der Reputation und des Markennamens. Aktives Vorbeugen von Negativschlagzeilen durch nachhaltiges Supply Chain Management kann diesen Vorteil auf lange Sicht ausbauen und sichern.

Betriebsstörungen durch ESG-Einflüsse können Abläufe im Unternehmen empfindlich stören. Ursächlich für diese Störungen können u. a. Naturkatastrophen sein, aber auch eine niedrige Umweltperformance von Firmen und ihren Lieferanten, die vom Gesetzgeber sanktioniert wird.
 
Ein effizientes Monitoring-Konzept zur Beobachtung und Minimierung dieser Risiken ist Bestandteil eines erfolgreichen nachhaltigen Supply Chain Managements.

Konsequente Umsetzung liefert Wettbewerbsvorteile
Obwohl in vielen Fällen bereits erkannt wurde, dass eine nachhaltige Ausrichtung im Supply Chain Management (SCM) aus verschiedenen Aspekten erforderlich ist, stellt eine erfolgreiche Umsetzung für viele Unternehmen noch eine große Herausforderung dar. Sie erfolgt meist in insgesamt vier Schritten:

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Erfahren Sie mehr zu den Fragestellungen und Belangen von Familienunternehmen

Ausgangspunkt ist eine Wesentlichkeitsanalyse, die zunächst eine tiefgreifende Ist-Analyse in Bezug auf ESG-Kriterien und bisherige Fortschritte liefert. Das darauf folgende Maßnahmenpaket "Nachhaltigkeitsstrategie" konzentriert sich auf die Identifizierung und Bewertung von Risiken und Chancen, sowie die Erarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie für das Unternehmen. Der dritte Themenbereich umfasst die Umsetzung und Monitoring der notwendigen Maßnahmen innerhalb der Supply Chain. Hier ist vor allem die Definition geeigneter KPI zum Erfassen des Fortschritts notwendig.  Das abschließende Maßnahmenpaket "Berichterstattung" umfasst die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts und dessen mögliche Publikation, je nachdem wie offen die Kommunikationsstrategie des Unternehmens ausgerichtet ist.

Der Umsetzungsprozess für eine nachhaltige Ausrichtung der Supply Chain ist anspruchsvoll und fordert die Einbeziehung adäquater Ressourcen, bietet jedoch auch Vorteile, die nicht nur bei Publikumsgesellschaften zum Tragen kommen. 

Eine nachhaltige Ausrichtung der Supply Chain und ggf. die Einführung eines professionellen Reportings bietet Familienunternehmen die Möglichkeit, einen zusätzlichen Aspekt ihrer Unternehmenssteuerung transparent zu machen. So können sie diesen Wettbewerbsvorteil als Hebel nutzen, um die Transparenz hin zu Kunden und Lieferanten zu erhöhen.

Dieser Artikel erscheint auch im Verbandsmagazin "Wir Familienunternehmer", Ausgabe August/September 2012

Foto von Joachim  Ganse

Joachim Ganse

Director

 

T +49 221 2073-1414

jganse@kpmg.com

 

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