Studie über Wirtschaftskriminalität 2012: Verzerrte Risikowahrnehmung bei Wirtschaftskriminalität
Die fünfte KPMG-Studie "Wirtschaftskriminalität in Deutschland 2012" bestätigt: Wirtschaftskriminalität stellt weiterhin ein hohes Risiko für die Unternehmen dar. Jedem betroffenen Unternehmen entstehen im Jahr im Schnitt mehr als 300.000 Euro Schaden.
Die diesjährige Studie betrachtet das Thema Wirtschaftskriminalität sowohl für den Mittelstand als auch für die Top-100-Unternehmen in Deutschland. Ein besonders alarmierendes Ergebnis der Studie: Die Befragten schätzen das Risiko, Opfer wirtschaftskrimineller Handlungen zu werden, für andere Unternehmen immer deutlich höher als für das eigene Unternehmen. Gleichzeitig sind vier von fünf Unternehmen mit den eigenen Präventions- und Aufdeckungsmaßnahmen zufrieden - die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Auch jahrelange Aufforderungen durch Verbände, Wissenschaft und diverse Studien, den eigenen Schutz vor Wirtschaftskriminalität zu prüfen, scheinen hieran nichts zu ändern.
Immerhin ist der Umgang mit Wirtschaftskriminalität inzwischen ein dauerhaftes Thema in Geschäftsführungs- und Vorstandsetagen und wird auch in den Aufsichtsräten zunehmend ernst genommen.
Fünf Trend-Themen zu Wirtschaftskriminalität
Unter anderem werden fünf Themen rund um Wirtschaftskriminalität in den nächsten Jahre an Bedeutung gewinnen:
- Vereinfachung
Präventions- und Aufklärungssysteme werden oft als überbordend und nicht unternehmensadäquat angesehen, wenn man von idealtypischen Mustersystemen ausgeht. Hier muss und wird eine Vereinfachung der Systeme beziehungsweise einzelner wirksamer Maßnahmen erfolgen, die auf die jeweilige Größe und Komplexität eines jeden Unternehmens skalierbar sind.
- Reputation
Das mit der Betroffenheit von Wirtschaftskriminalität einhergehende Reputationsrisiko wird künftig stärker beachtet werden - unter anderem aufgrund zahlreicher Fälle in der jüngeren Vergangenheit, einer aufmerksameren Öffentlichkeit sowie der ständigen Verfügbarkeit von Informationen.
- Sorgfaltspflichtverletzung
Eine Schädigung des Unternehmens durch Wirtschaftskriminalität wird nicht länger als unabwendbares Ereignis gesehen werden. Geschäftsführungs- und Aufsichtsorgane werden sich zunehmend vorhalten lassen müssen, wenn sie nicht die erforderliche Sorgfalt beim Kampf gegen Wirtschaftskriminalität anwenden.
- Bedeutung von E-Crime/Cybercrime
Die Bedeutung der Wirtschaftskriminalität unter Einsatz von IT (E-Crime) nimmt deutlich zu. Zu diesem Thema wird KPMG Anfang 2013 eine eigene Studie veröffentlichen.
- Rechtssicherheit
Das überarbeitete Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) soll für mehr Rechtssicherheit bei der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität sorgen. Unternehmen und die von ihnen beauftragten Berater werden enger mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten. Hinweisgebern muss der lange geforderte Schutz in Deutschland gewährt werden.
Die Video-Serie "Passionate" von KPMG in Großbritannien zeigt KPMG-Mitarbeiter aus dem Geschäftsbereich Risk Consulting, die neben ihrem Beruf eine besondere Leidenschaft pflegen und dies in ihren Job zurücktragen. Sie sind Sportler, Imker, Rettungsbootführer oder Musiker. Lassen Sie sich in drei Kurzfilmen ausYouTube über Menschen mit einer Leidenschaft inspirieren. Alle Passionate-Videos finden Sie unter www.kpmg.co.uk/passionate.
Studie

Bestellung:
Studie Wirtschaftskriminalität in Deutschland 2012
Thesenpapier zur Studie:
Familienunternehmen und Wirtschaftskriminalität (PDF, 3,4 MB)
- Forensic Services: Unsere Leistungen im Überblick
- Datenschutz im Compliance Management
- Compliance - Modeerscheinung oder Chefsache?
- Sichere Geschäfte? Wirtschaftskriminalität - Risiken für mittelständische Unternehmen
- Who ist the typical fraudster?
- Untersuchung von Verdachtsfällen auf Wirtschaftskriminalität bei Versicherungsunternehmen
- Publikationen im Überblick





