Studie: Chinesische Unternehmen wollen verstärkt in Europa investieren
Chinesische Unternehmen wollen ihre Investitionen in Europa weiter verstärken. Die Zahl der Übernahmen dürfte künftig zunehmen, zeigt eine Studie der European Chamber in Zusammenarbeit mit KPMG und Roland Berger.
Für die Studie "Chinese Outbound Investment in the European Union" wurden 74 chinesische Unternehmen befragt, die in der EU investiert haben. Fast alle (97 Prozent) planen weitere Investitionen in der EU, die meisten davon in höherem Maße als bisher (82 Prozent).
Stabiler, aber schwieriger Markt
Die chinesischen Unternehmen schätzen der Untersuchung zufolge die EU als stabilen und investitionsfreundlichen Markt. Allerdings empfinden sie zugleich das Geschäftsumfeld schwierig: Drei Viertel der befragten Unternehmen berichten von operativen Schwierigkeiten in der EU, vor allem durch Bürokratie und hohe Kosten. Außerdem beklagen sie zum Beispiel Probleme bei der Bewilligung von Visa und Arbeitsgenehmigungen für chinesische Angestellte.
Seit Anfang 2000 sind die chinesischen Investitionen in Europa stark gestiegen. Chinas Führung ist daran gelegen, diesen Trend zu unterstützen. Großbritannien, Frankreich und Deutschland, aber auch Luxemburg zählen aus Sicht chinesischer Investoren zu den attraktivsten Märkten. Gemessen an der Zahl der M&A-Deals liegt Deutschland sogar vor den übrigen EU-Ländern - eine Entwicklung, die immer wieder für Diskussionen und Schlagzeilen sorgt. Aber wie ist sie einzuschätzen?
Weitere Übernahmen, keine Welle
"Auch wenn in den vergangenen zwei Jahren mehrere Übernahmen größerer mittelständischer Unternehmen in Deutschland zu beobachten waren, kann man nicht von einer Welle sprechen", berichtet Richard Stoffelen, Leiter der China Practice bei KPMG in Deutschland.
In den vergangenen Jahren kam es zu 14 chinesisch-deutschen Transaktionen mit relativ großen Zielunternehmen (mehr als 1.000 Mitarbeiter). Richard Stoffelen zufolge liefen die Übernahmen meist nach ähnlichem Muster ab: "Ein chinesischer Marktführer kaufte den deutschen oder europäischen Marktführer auf. So war es etwa bei Sany und Putzmeister oder bei Citic und KSM."
"Wir rechnen mit weiteren Übernahmen, zumal Chinas 12. Fünf-Jahresplan eine weitere Internationalisierung vorsieht", sagt China-Experte Stoffelen. "Wir gehen dabei aber eher davon aus, dass sich das Interesse zunehmend auf kleinere Mittelständler mit 200 bis 500 Mitarbeitern konzentrieren wird. Zwar sind auch größere Transaktionen mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde Euro vorstellbar, doch die Übernahme eines DAX-Konzerns erscheint derzeit unrealistisch."
Erfahren Sie mehr zu chinesischen Investitionen im KPMG-Blog.
Richard Stoffelen
Head of China Practice Germany
Partner
T +49 69 9587-1404
richardstoffelen@kpmg.com
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