KPMG's EMIAT 1/2008: Indien lässt sich trotz Kreditkrise nicht von Übernahmen abschrecken
Der Wachstumsdrang indischer Unternehmen prägt immer stärker die internationale Entwicklung bei Unternehmensübernahmen in den Emerging Markets. Das ist das Ergebnis der aktuell erhobenen Daten von KPMG's Emerging Markets International Acquisitions Tracker (EMIAT).
Während sich Käufer angesichts der Verwerfungen auf den internationalen Kreditmärkten andernorts aus dem M&A-Geschäft zurückzogen, hat sich das Tempo der Unternehmensübernahmen in Indien nicht verlangsamt. Im Gegenteil: Die neuen EMIAT-Daten, die Transaktionen zwischen den wachstumsstärksten neuen Emerging Markets und den elf wichtigsten Industrienationen analysieren, registrierten 35 M&A-Deals zwischen Indien und den entwickelten Nationen in der zweiten Hälfte des Jahres 2007. Im ersten Halbjahr waren es 34 Transaktionen.
Dies ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund, dass die Mehrzahl der indischen Deals in hohem Maße durch Fremdkapital finanziert wurde. „Trotz der Kreditkrise haben die indischen Unternehmen sich nicht vom Thema M&A verabschiedet, sondern haben ihre Einkaufstour fortgesetzt. Nur die Größenordnung ihrer Übernahmeziele ist etwas gesunken", begründet Ian Gomes, KPMG-Market Leader für Indien, die aktuelle Entwicklung. „Der Großteil der Übernahmeaktivitäten bewegt sich nun im deutlich niedrigeren Bereich von 50 bis 80 Millionen Dollar."
Wenig Belastbarkeit angesichts der externen Faktoren zeigten dagegen die USA, die traditionell einen großen Anteil an den internationalen M&A-Aktivitäten bestreiten. Hier kollabierte die Zahl der US-geführten Transaktionen im Halbjahrsvergleich 2007 von 67 auf 39. Insbesondere die Anzahl der Übernahmen in China sank dramatisch. Neben den eingeschränkten Finanzierungsmöglichkeiten wirkte sich in der Volksrepublik auch eine Gesetzesänderung aus, durch die die Regierung die Attraktivität der Zweckgesellschaften, sogenannte „Special Purpose Vehicles" (SPV), verringerte.
Der halbjährlich erscheinende EMIAT berücksichtigt abgeschlossene M&A-Deals, die mindestens zu einer Mehrheitsbeteiligung am Kaufobjekt führten. Da der Fokus der Untersuchung die privaten Firmenaktivitäten widerspiegeln soll, wurden von Private Equity- oder institutionellen Investoren geführte Übernahmen nicht berücksichtigt. Die Daten beruhen auf Material von Zephyr / Bureau von Dijk Electronic Publishing.