Governance in Familienunternehmen: Family Business Governance

Familiengeführte Unternehmen müssen die Belange von Betrieb und Inhaberfamilie in Einklang bringen. Die Leitlinien des Governance-Kodex für Familienunternehmen sollen sie dabei unterstützen.

Bei Familienunternehmen liegen die Geschäftsanteile typischerweise (mehrheitlich) in der Hand eines Unternehmers oder von Familien. Zudem übernehmen die Eigentümer oft die Leitung und Kontrolle. Dadurch ist die Strategie häufig verantwortungsvoll ausgerichtet und konzentriert sich auf die nachhaltige Steigerung des Werts des Unternehmens. Gleichzeitig stecken in der engen Verknüpfung von Management und Eigentum aber Risiken.

Familiäre Konflikte können dem Unternehmen schaden
Dominiert der Einfluss einzelner Inhaber, sind Kontrollkompetenzen der Eigentümer nicht festgeschrieben oder Nachfolgeregelungen für die Unternehmensspitze nicht festgelegt, kann es in der Familie zu Konflikten kommen - mit negativen Folgen für das Unternehmen. Eine angemessene Family Business Governance kann helfen, Risiken, die den Unternehmenserfolg beeinträchtigen, zu entschärfen.

Family Business Governance schafft Zusammenhalt
Anders als klassische Corporate Governance-Systeme in Publikumsgesellschaften, die häufig darauf abzielen, Gesetzesverstöße zu vermeiden, soll Family Business Governance die Führung und Kontrolle im Unternehmen organisieren und zugleich den Zusammenhalt der Familie sichern. Dabei sind die unterschiedlichen Interessen der Familienmitglieder und der weiteren Stakeholder in Einklang zu bringen.

Family Business Governance besteht aus zwei eng miteinander verknüpften Komponenten:

Business Governance setzt sich damit auseinander, wie sich transparente und überprüfbare Strukturen und Instrumente zur Führung und Aufsicht im Unternehmen etablieren lassen.

Family Governance beschäftigt sich insbesondere mit Themen der Inhaberfamilie und entsprechenden Familiengremien, wie einem Gesellschafterausschuss oder Familienrat.

Bei der Ausgestaltung der Business Governance haben Familienunternehmen einen größeren Freiraum als kapitalmarktorientierte Unternehmen. So sind sie - je nach Rechtsform - oftmals nicht verpflichtet, ein Aufsichtsorgan einzurichten. In vielen Fällen müssen sie keinen Publizitätspflichten genügen und sich daher auch nicht gegenüber dem Kapitalmarkt für fehlende oder unzureichende unternehmerische Kontrollsysteme rechtfertigen.

Familienunternehmen benötigen individuelle Governance-Strukturen
Fehlende Vorgaben und Zwänge bergen jedoch die Gefahr, dass eine Lücke zwischen notwendigen und tatsächlich implementierten Governance-Strukturen entsteht. Daher ist es für Familienunternehmen umso wichtiger, sich individuell damit auseinanderzusetzen, welche Gremien und Instrumente für eine effiziente und effektive Governance sinnvoll sind.

Wie Familienunternehmen ihre Governance überprüfen, systematisieren und professionalisieren können, lesen Sie in diesem Beitrag (PDF, 133 KB).

 

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