Der Krankenhausmarkt im Umbruch

„Zu viel und zu teuer": So ließ sich Anfang der neunziger Jahre die Situation auf dem deutschen Krankenhausmarkt beschreiben. Es gab zu viele Krankenhäuser mit zu vielen Betten, die Verweildauer der Patienten in den Kliniken war zu lang und die Fallkosten entsprechend zu hoch.

In den zurückliegenden Jahren hat das Thema Wirtschaftlichkeit in deutschen Kliniken jedoch erheblich an Bedeutung gewonnen. Durch mehrere Gesetzesinitiativen sollte die Krankenhausversorgung in Deutschland wirtschaftlicher und kosteneffizienter gestaltet werden - eine Entwicklung vor dem Hintergrund, dass sich der Staat zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung verpflichtet hat.

Auf dem Weg zu weiteren Effizienzsteigerungen: die Entwicklungstrends
Die Gesundheitsreform 2007 sowie die Neuordnung der Krankenhausfinanzierung ab 2009 entwickeln eine Eigendynamik. Hervorzuheben ist der Paradigmenwechsel vom früheren Selbstkostendeckungs- zum Rentabilitätsprinzip. Dadurch ist das Risiko erheblich gestiegen, die Betriebskosten nicht vollständig durch die Erlöse decken zu können. Dies wird sichtbar durch Jahresfehlbeträge einer erheblichen Anzahl von Krankenhäusern. Das Krankenhaus der Zukunft wird insbesondere geprägt durch die Faktoren Finanzierung, Gesetzgebung, Bevölkerungsentwicklung sowie steigender Wettbewerb.

Finanzierung: günstige Betriebskostenstrukturen vonnöten
Bis 2009 hat die Konvergenzphase eine hohe Bedeutung für die Krankenhäuser. Kliniken, die einen gegenüber dem Landesbasisfallwert höheren individuellen Basisfallwert aufweisen, gelten als „Verliererhäuser". Sie werden bis 2009 mit sinkenden Erlösen rechnen müssen. Nach der Konvergenzphase wird es für alle Krankenhäuser gleichermaßen darauf ankommen, eine im Wettbewerbervergleich günstigere Betriebskostenstruktur zu haben und gleichzeitig ausreichend in das Sachanlagevermögen zu investieren. Diejenigen Krankenhäuser, die während der Konvergenzphase ihre Kostenstrukturen verbessert haben, werden dann Wettbewerbsvorteile nutzen können.

Grafik: Durchschnittlicher Basisfallwert bei Krankenhäusern (JPG, 34 KB)

Gesetzgebung: Weitere Gesundheitsreformen vonnöten
In den kommenden Jahren werden neue Gesetze das Krankenhauswesen in Deutschland weiter prägen. Die Neuregelung der Krankenhausfinanzierung nach 2009 wird die Kliniken zur schnellen Anpassung an sich ändernde Rahmenbedingungen zwingen. Zudem wird es zukünftig weitere Gesundheitsreformen zur Ausgabenbegrenzung geben. Vorteile im Wettbewerb haben hier diejenigen Krankenhäuser, die auf Gesetzesänderungen flexibel reagieren können: die wirtschaftlich intakten Kliniken.

Bevölkerungsentwicklung: weniger Einnahmen, mehr Ausgaben
Durch eine längere Lebenserwartung und rückläufige Geburtenraten altert die Gesellschaft in Deutschland zunehmend - eine Entwicklung, die zu sinkenden Einnahmen in der Sozialversicherung bei steigenden Gesundheitsausgaben führen wird. Die Krankenhäuser stehen vor der Herausforderung, die Kosten in ihrem Verfügungsbereich zu senken. Andererseits ist die Alterung der Gesellschaft auch eine Chance für die Kliniken zur Ausweitung ihres Leistungsvolumens, da die Nachfrage nach medizinischen Leistungen speziell für ältere Menschen ansteigen wird.

Zunehmender Wettbewerb bei Krankenhäusern
Durch den hohen Wettbewerb bei den Krankenhäusern kann den Kliniken, die den Weg zu einer qualitativ guten und gleichzeitig kostengünstigen Krankenversorgung nicht finden, die wirtschaftliche Schieflage durch Insolvenz, Verkauf oder gar die Schließung drohen. Private Kliniken mit zum Teil erheblich positiven Ergebnissen zeigen bereits, dass eine effiziente, kostengünstige und gleichzeitig qualitativ gute Krankenversorgung möglich ist. Es ist davon auszugehen, dass die Privatisierungen im Klinikmarkt anhalten, solange die defizitären Kliniken ihre Zukunftsfähigkeit aus eigener Kraft nicht verbessern können.

Weitere Anstrengungen zur Erhaltung der Wettbewerbsposition notwendig
Zu beobachten ist, dass weitere Krankenhäuser in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Offensichtlich wurde von diesen Häusern zu wenig gegen die wirtschaftlichen Probleme unternommen. Daher besteht weiterer Handlungsbedarf vor allem bei der Kosten- und Prozessverbesserung.

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