Prognosemodell zur Zukunftsfähigkeit der Krankenhäuser

Ist die Zukunft der Krankenhäuser in Deutschland prognostizierbar? - Die Technische Universität Dresden und KPMG haben gemeinsam mit Praxispartnern ein strategisches Prognosemodell für Krankenhausunternehmen und -träger entwickelt.

Bedeutung der Prognosebildung
Wichtige Indikatoren für die Zukunftsfähigkeit von Krankenhausunternehmen sind die Leistungsfähigkeit, Investitionsfähigkeit und Rentabilität. Darüber hinaus gewinnt das Marktpotenzial an Bedeutung, das hauptsächlich durch den Standort und die gesetzlichen Rahmenbedingungen bestimmt wird. Wichtig für Krankenhausunternehmen ist es, die Zukunftsfähigkeit ihrer Häuser rechtzeitig einschätzen zu können. Dies bedarf einer systematischen und objektiven Vorgehensweise.

Das Prognosemodell im Überblick
Ziel des Prognosemodells ist es, Krankenhausunternehmen und -trägern ein frühzeitiges Erkennen, Planen und Umsetzen strategischer Maßnahmen zu ermöglichen. Durch die einfache Datenerhebung ist das Modell besonders für die Zukunftsfähigkeit von Klinikportfolios geeignet, da es zahlreichen Krankenhausunternehmen schnell und objektiv eine Strategie ermöglicht.

Für die Prognose sind etwa 50 regelmäßig verfügbare oder kurzfristig ermittelbare Kennzahlen wie die Umsatzrendite, die Personal- oder die Materialaufwandsquote erforderlich. Neben diesen quantitativen benötigt das Modell einige qualitative Daten, die durch das Modell auf einer Skala bewertet werden, so dass eine objektive Prognose ermöglicht werden kann. Die Kennzahlen umfassen diese Untersuchungsgebiete:

  • Rentabilität
  • Erlöse und Produktivität
  • Leistungsvolumen und -erweiterung
  • Materialaufwand
  • Personalaufwand und -ausstattung
  • Investitionsfinanzierung
  • Internationalisierung und Modernisierung
  • Wettbewerb
  • Patientenklientel
  • Qualifikation des Personals
  • Medizinischer Fortschritt
  • Bevölkerungsentwicklung
  • Gesetzliche Regelungen

Nach der Datenerhebung werden die erfassten Kennzahlen in einem Scoringverfahren anhand lernender Benchmark-Daten bewertet. Die Kennzahlen sind so ausgewählt, dass krankenhausspezifische Besonderheiten wie etwa verschiedene Fallschweregrade oder unterschiedliche Krankenhausgrößen berücksichtigt werden.

Grafk: Das Scoringverfahren anhand eines Beispiels (JPG, 40 KB)

Kernstück des Prognosemodells sind die genannten Benchmark-Daten sowie strategische Wissensregeln. Beide Komponenten ermöglichen es, auf der Grundlage einfach ermittelbarer Ausgangsdaten ohne aufwändige Fundamentalanalyse eine objektivierbare Strategie zu liefern. Sie zeigt für das untersuchte Haus gegebenenfalls auch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf und bietet erste Handlungsmöglichkeiten an. In einem weiteren Schritt kann dies in eine detaillierte Empfehlung überführt werden.

Durch dieses Modell können einzelne Krankenhausunternehmen und -träger sowie andere Adressaten fundierte Analysen anwenden, Probleme frühzeitig erkennen und notwendige Handlungsstrategien entwickeln.

 

KPMG-Fachbeiträge zum Thema

Systematisch und objektiv - TU Dresden entwickelt Strategisches Prognosemodell für Krankenhausportfolios

Krankenhausumschau - Fachmagazin für Führungskräfte im Gesundheitswesen, Heft 11/2007

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