Energy & Natural Resources: M&A-Markt bei Erneuerbaren Energien zieht an
In der Erneuerbare Energien-Branche kommt es verstärkt zu Zusammenschlüssen und Übernahmen. Analysten schätzen das Gesamtvolumen von M&A-Transaktionen im Jahr 2007 auf knapp 56 Milliarden US-Dollar - eine Steigerung um 47 Prozent gegenüber 2006. Treiber und Trends dieser Entwicklung beleuchtet eine aktuelle KPMG-Studie.
Die KPMG-Studie „Turning up the heat: An insight into M&A in the renewable energy sector in 2008” (PDF, 859 KB) entstand in Kooperation mit der Economist Intelligence Unit. Sie basiert auf einer Befragung im Frühjahr 2008 von weltweit über 200 Führungskräften aus dem Energiesektor. Ergänzend wurden Interviews mit ausgewählten hochrangigen Führungskräften durchgeführt. Die Bandbreite reichte von kleineren Betrieben über Mittelständler bis hin zu den Branchenriesen mit jährlichen Erlösen von über zehn Milliarden US-Dollar.
Stromerzeuger besonders aktiv
Die strategischen Interessen und Ziele der Käufer sind ganz unterschiedlich. Eine allgemeine Tendenz lässt sich aber beobachten: Großunternehmen kaufen die kleine Konkurrenz und sind wesentlich aktiver als diese. Käufer mit einem Jahresumsatz von über zehn Milliarden US-Dollar erwerben oft doppelt so viele Unternehmen wie ihre kleineren Rivalen. Hauptinvestoren sind große Energieunternehmen und Spezialanbieter der Branche. Aber auch Großanleger legen zu, etwa Infrastrukturfonds und andere spezialisierte Fonds.
Besonders aktiv im M&A-Geschäft zeigen sich Stromerzeuger. Sie interessieren sich vor allem für die zukunftsträchtigen Windparks. Übernahmen von Wasserkraftunternehmen verlieren dagegen an Attraktivität, da sich hier nur noch ein begrenztes Wachstumspotenzial abzeichnet.
Wachstum ist das wichtigste Ziel
Die Stromerzeuger wollen vor allem wachsen. Deshalb geht es für sie gerade darum, neue Märkte zu erschließen und - wo dies bereits gelungen ist - höhere Marktanteile zu erreichen. Eher nebensächlich waren für die befragten Stromproduzenten die Versorgungssicherheit und der Zugang zu neuen Technologien.
Weniger aktiv sind die Öl- und Gasunternehmen sowie die übrige Förderindustrie. Internationale Öl- und Gasgeschäfte konzentrieren sich auf Biosprit, auch um langfristig Alternativen zur Energie aus fossilen Quellen zu entwickeln. Einige große Marktteilnehmer kaufen sich ferner in die Wind- und Solarenergiebranche ein.
Neben höheren Marktanteilen und der Diversifizierung geht es der Förderindustrie vor allem auch um den Einkauf besserer Technologien. Angesichts der stetig steigenden Ölnachfrage ist die Versorgungssicherheit hier ein wichtigeres Thema als im Stromsektor.
Kleiner, konzentrierter, ökologischer
Unternehmen, die ausschließlich auf erneuerbare Energien setzen, sind im Schnitt deutlich kleiner: Zwei Drittel von ihnen haben einen Jahresumsatz von weniger als 500 Millionen US-Dollar. Auch im Selbstverständnis unterscheiden sich diese Unternehmen: Ökologische Ziele sind für sie oft wenigstens ebenso wichtig wie ökonomische.
Die Erneuerbare Energien-Unternehmen konzentrierten sich bisher gleichermaßen auf Sonnen-, Wind- und Bioenergie. Vor allem der Solarbereich dürfte aber künftig wichtiger werden. Das liegt zum einen am verschärften Wettbewerb durch die großen Energieunternehmen bei Windkraft und Biokraftstoffen. Zum anderen aber auch am hohen Innovationsbedarf der Solarbranche: Kleinere spezialisierte Unternehmen sind hier im Vorteil. Sie können in diesem Segment profitabler arbeiten und ihre Wachstumsziele eher umsetzen.
Das interdisziplinäre und international aufgestellte KPMG-Team für den Bereich Erneuerbare Energien unterstützt Mandanten weltweit. Wir beraten Sie umfassend zu Unternehmenstransaktionen, Finanzierungs- sowie Steuerfragen und erstellen Marktanalysen für Sie.
Lesen Sie in Teil 2, warum in der Erneuerbare Energien-Branche die Gefahr einer Spekulationsblase droht.
Turning up the heat: An insight into M&A in the renewable energy sector in 2008
The survey shows that competition for deals is likely to increase, as will the pace of consolidation, but at what cost? Some industry players appear to be ignoring the many risks involved in investing in renewables, such as the ability of national governments to change their green energy policies.
Datum: 01.05.2008 | Größe: 858,52kB
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