US-Bankenkrise: Auswirkungen für Unternehmen in Deutschland
Fachleute sprechen von der schwerwiegendsten Finanzkrise seit dem Schwarzen Freitag 1929: Die aktuelle Bankenkrise in den USA, die zu Insolvenz, staatlicher Übernahme, Aufkauf oder der Statusaufgabe der Investmentbanken geführt hat, erschüttert nicht nur die US-Wirtschaft. Auch in Europa werden laut Europäischer Zentralbank und dem Rat der Wirtschaftsweisen die Auswirkungen spürbar sein. Manche Marktbeobachter rechnen sogar mit einer Wachstumspause im europäischen Raum.
Neben dem Finanzsektor wird in Deutschland auch der industrielle Sektor betroffen sein. Vom mittelständischen Unternehmen bis zum Global Player - alle stehen vor großen Herausforderungen. Schon jetzt ist sichtbar, dass weltweit Firmen ihre Vorhaben für Übernahmen oder Fusionen (M&A) zurückstellen. Und durch die US-Bankenkrise schwindet die Zuversicht strategischer Käufer immer weiter.
Verschärfte Kreditbedingungen für Unternehmen
Zudem werden sich aller Voraussicht nach auch die Kreditbedingungen für deutsche Unternehmen weiter verschärfen. Nicht nur plant die EU-Kommission strengere Eigenkapitalrichtlinien für Banken nach Basel II. Auch von sich aus sind die Banken bereits seit Beginn der US-Hypothekenkrise 2007 bei der Kreditprüfung- und -vergabe vorsichtiger geworden. Ein Trend, der sich im Zuge der Bankenkrise vom September 2008 weiter zuspitzen dürfte.
Liquide Mittel werden immer wettbewerbsentscheidender
Für die Unternehmen wird es damit schwieriger, notwendige Kredite für Investitionen und Übernahmen zu erhalten - und diese Kredite werden voraussichtlich teurer werden. Über genügend liquide Mittel zu verfügen, wird für Firmen deshalb zunehmend wettbewerbsentscheidender. Insbesondere mittelständische Unternehmen sind hier gefordert: Für zahlreiche kleinere mittelständische Firmen steht es auf der Agenda, im Zuge der Bankenkrise ihr Finanzierungskonzept zu überdenken.
Durch ein gezieltes Working Capital Management können Unternehmen interne Finanzierungsquellen nutzen, damit ihre Liquidität steigern und unabhängiger von der Aufnahme von Krediten werden. Allerdings: Nur jedes dritte Unternehmen verfolgt diese Strategie, wie eine KPMG-Umfrage unter 550 Unternehmen in Europa ergeben hat.
Datum: 02.01.2006 | Größe: 163,66kB
Working Capital Management im deutschen Maschinen- und Anlagenbau
Für die Studie wurden von KPMG 128 deutsche Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau befragt. Das Produktportfolio der teilnehmenden Unternehmen umfasst Werkzeugmaschinen, Fertigungstechnologie, Gebäudetechnik, Abfüll- und Verpackungstechnik, Bewegungs- und Fördertechnik sowie Pumpsysteme für unterschiedlichste Anwendungen.
Datum: 19.02.2008 | Größe: 861,35kB
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