Risikomanagement: Grundlage für fundierte Entscheidungen

Die Risikoidentifikation und -bewertung basiert auf zwei Elementen: der qualitativen Einschätzung der Auswirkung und der Eintrittswahrscheinlichkeit. Dieses subjektive Wissen ist oft im Unternehmen vorhanden und muss nur definiert werden. Hinzu kommt die Verwendung von Indikatoren zur objektiven Ermittlung und Plausibilisierung der identifizierten Risiken. Dieser mehrjährige Prozess kostet Zeit, ist personalintensiv und muss ständig angepasst werden.

Bessere Entscheidungsgrundlagen durch Kenntnis aller Risiken
Jede Entscheidung eines Unternehmens beinhaltet ein Risiko. Die Qualität der Entscheidungen verbessert sich, wenn das Risiko zuvor möglichst objektiv bewertet wird. Wichtig dabei ist, alle relevanten Erfolgsfaktoren zu kennen. Dabei kann auch ein Nichterreichen kann ein messbarer Ausdruck eines Risikos sein. Jede Abweichung von der Planung verringert den erzielbaren Gewinn, den Umsatz oder das Wachstum. Die Nachverfolgung sollte dabei methodisch einfach erfolgen und jederzeit möglich sein.

Methodisch aufwendiger ist die Cash Flow at Risk-Ermittlung - die Modellierung aller wesentlichen Parameter des Cash Flows einer Investition, eines Produktes, Segmentes oder eines ganzen Unternehmens. Die Anwendung ist nur in Bereichen mit viel aktuellem und belastbarem Datenmaterial sinnvoll, dann aber liefert sie auch Steuerungsinformationen von hoher Qualität.

Gutes Risikomanagement als Basis für mehr Vertrauen
Die Geschäftsleitung wird heute zunehmend weniger für die Übererfüllung der eigenen Prognosen belohnt, sondern für ein bewusstes Eingehen eines bestmöglich abgeschätzten Risikos. Wenn Risiken besser ermittelt werden können, steigt auch die Qualität der Aussagen über die Zukunft eines Unternehmens - und damit das Vertrauen und die Investitionsbereitschaft. Bei dieser Zielsetzung treffen sich die operative und strategische Ebene des Risikomanagements.

Das überragende Ziel ist die Verringerung von Überraschungen. Wer die Risiken von unten konsequent aufrollt, kann die Fehleranfälligkeit des Unternehmens verringern und dadurch mittelfristig eine solide Kostenersparnis erzielen. Auf der strategischen Ebene trägt das Risikomanagement dazu dabei, fundiertere Entscheidungen treffen zu können - und somit durch Wissen Werte zu schaffen.

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Dr. Oliver Engels

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