Der Businessplan auf dem Prüfstand: Unternehmensplanung in der Krise
Der Businessplan ist nicht nur für eine Unternehmensgründung unerlässlich, sondern auch für eine gute Unternehmensführung: Er schafft bei allen Stakeholdern Transparenz und stärkt das Vertrauen der Kapitalgeber.
Bei externen Dritten wie Geschäftspartnern oder potenziellen Kapitalgebern kann der Businessplan wichtige Überzeugungsarbeit leisten.
Der Unternehmensleitung hilft der Businessplan unter anderem:
- Strategien regelmäßig kritisch zu hinterfragen und neu festzulegen,
- Personal- und Liquiditätsengpässe frühzeitig zu erkennen,
- die Entwicklung des Unternehmens in der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vor dem Hintergrund der Vergangenheit zu betrachten und
- jederzeit - und somit auch unterjährig - die Ertragsaussichten für die Zukunft einzuschätzen.
Richtige Unternehmensentscheidungen beruhen auf verlässlichen Informationen. Das gilt gerade für Krisenzeiten, wenn die Zukunftsaussichten mit Unsicherheiten behaftet und oft nur kurzfristige Aussagen möglich sind. Deshalb ist es umso wichtiger, nicht nur einmal im Jahr einen Businessplan zu erstellen, sondern ihn kontinuierlich an sich verändernde Markt- und Wettbewerbssituation anzupassen.
Die Qualität eines Businessplans trägt maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. So hängt zum Beispiel ein neuer Kredit oder ein neuer Kreditrahmen von der Qualität und Plausibilität des Businessplans sowie der darin enthaltenen zukunftsbezogenen Informationen ab.
In kritischen Situationen ergeben sich für die Unternehmen nahezu aller Branchen wichtige Fragen: Wie setzt sich meine Kundenzielgruppe zusammen, ist mein Kundenstamm groß und differenziert genug? Wie stellt sich die Entwicklung der Branche dar, und was bedeutet das für mein Unternehmen?
Ein extern plausibilisierter Businessplan stärkt das Vertrauen der Kapitalgeber
Während einer Wirtschaftskrise sind diese Fragen schwieriger zu beantworten als in Wachstumszeiten. Belastbare Fakten über ein Unternehmen sind aber gerade dann gefragt, wenn Fremdkapitalgeber einen Kredit gewähren oder Eigenkapitalgeber investieren sollen. Das Vertrauen der Banken als potenzielle Kapitalgeber in einen Businessplan schwindet besonders in Krisenzeiten.
Für die Erstellung quartalsbezogener Covenantsanalysen muss das wirtschaftliche Umfeld im Businessplan adäquat und auf aktuellem Stand abgebildet sein. Denn jeder, der sich auf die Informationen eines Businessplans verlässt, trägt in Krisenzeiten ein erhöhtes Risiko. Das gilt für Eigen- und Fremdkapitalgeber ebenso wie für Wirtschaftprüfer, welche die Going-Concern-Prämisse bestätigen müssen. Deshalb kann ein Review durch einen unabhängigen Dritten hilfreich sein.
Bevor ein Review des Businessplanes durch einen externen Dritten ansteht, können Sie für die Erstellung des Businessplans einen Berater engagieren. Sie können aber auch selbst schon Einiges tun.
Als Verantwortlicher für die Unternehmensplanung benötigen Sie das passende Instrumentarium, um die Zukunft Ihres Unternehmens richtig abbilden und Entscheidungen auf eine verbindliche Grundlage stellen zu können. Ihre Planung sollte dabei Plan-Erfolgsrechnungen, Plan-Bilanzen und Plan-Cash-Flow-Rechnungen integrieren.
Tragfähigkeit gegenüber Stakeholdern ist entscheidend
Es hört sich einfach an, jedoch ist die Tragfähigkeit des Businessplans auch gegenüber Stakeholdern maßgeblich: Ihr Businessplan muss die aktuelle Situation und die Zukunftsaussichten realistisch widerspiegeln. Unterschiedliche Interessenslagen etwa zwischen Gesellschaftern und Management oder unterschiedliche Anlässe können zu abweichenden Einschätzungen der Annahmen im Businessplänen führen.
Die Erstellung, Analyse und Plausibilisierung von Businessplänen und deren Implementierung auf Unternehmensebene durch Planungs- und Kennzahlentools setzt neben einem genauen Prozessverständnis der Unternehmensplanung auch solides Branchenwissen voraus.
Ansprechpartner
Prof. Dr. Vera-Carina Elter
Partnerin
KPMG AG
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