Transport und Logistik: Stark abhängig

Für die Transport- und Logistikbranche hat die Liquiditätssicherung in der Krise oberste Priorität. Künftig wird es verstärkt zu Kooperationen und Übernahmen kommen - aber auch zu Zwangsverkäufen und Insolvenzen. 

Fünf Prozent weniger Luftfrachtaufkommen erwartet die Internationale Flug-Transport-Vereinigung IATA für 2009. Dies wäre der stärkste Rückgang seit 2001.

In der Schifffahrt sanken die Frachtgebühren für Containerschiffe im Dezember 2008 sogar auf den tiefsten Stand aller Zeiten. Die aggressiv betriebene Flottenausweitung der vergangenen Jahre verstärkt den Absturz noch, da beim Frachtraum hohe angebotsseitige Überkapazitäten bestehen.

Der europäische Transport- und Kontraktlogistik-Sektor ist ebenfalls zunehmend vom Abschwung betroffen. Die Zahl Verlust bringender Kontrakte im Gesamtmarkt steigt, da sich die Kosten beispielsweise beim Warenhausmanagement immer schwerer auf die Kunden abwälzen lassen.

Im Landverkehr führt die sinkende Nachfrage zu einem Überangebot an Transportkapazitäten und damit zu fallenden Frachtraten.

Häufig Subunternehmer betroffen
Krisenbedingt funktioniert die Finanzierung derzeit schlechter. Das erschwert die Anschaffung neuer Transportmittel genauso wie Ersatzinvestitionen in bestehende Fuhrparks im Landverkehr und beim Stückgut. Betroffen sind insbesondere kleinere Subunternehmer. Sie tragen als Auftragnehmer großer Integratoren und Logistiker häufig das volle Transportmittelrisiko.

In der Nachfrage nach Transportdienstleistungen sind aufgrund dieser Entwicklungen neue Trends zu beobachten, denen sich die Branche anpasst: von Express- oder Time-Definite-Produkten zu Standard-Frachtprodukten, von Luft- zu Seefracht sowie von reinem Landverkehr zu modularen Lösungen, etwa unter Einbeziehung des Eisenbahntransports.

Liquiditätssicherung oberste Priorität
Die Liquiditätssicherung hat für den stark von allen anderen Branchen abhängigen Transportsektor oberste Priorität. Zu erwarten sind deshalb Desinvestitionen und Kostensenkungsprogramme, Personalabbau und das Aufgeben langfristiger Projekte.

Zusammenschlüsse und Kooperationen mit finanziell stabilen Transportunternehmen dürften ebenfalls anstehen - aber auch Zwangsverkäufe von Unternehmen und Unternehmensteilen sowie Insolvenzen.

 

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Ulrich Maas

Mitglied des Vorstandes

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