Value Chain Crash - neue Geschäftsmodelle für die Automobilindustrie

Das eigene Auto als Statussymbol verliert zumindest in den gesättigten Märkten an Bedeutung. Stattdessen bevorzugen insbesondere junge und städtische Fahrer eine zeitlich begrenzte Pkw-Nutzung im Zusammen­spiel mit weiteren Mobilitätslösun­gen. Mobilitätsdienstleister, die sich darauf einstellen, haben gute Chan­cen für einen Einstieg auf dem bis­lang von den Automobilherstellern beherrschten Markt individueller Mobilität.

Seit 100 Jahren ist das Auto­mobil das Symbol für Mobi­lität und Unabhängigkeit. Mit dem Auto hat der Mensch direkt vor der Haus­tür Zugang zu einem weltumspannen­den Straßennetz. Dabei ist das Auto nicht nur Transportmittel, sondern Teil einer emotional besetzten Markenwelt. Jeder Autofahrer, der es sich leisten kann, findet eine passende Automarke für seine Persönlichkeit. Das galt zumin­dest bisher. Denn Klimawandel, Ver­kehrsprobleme in den Ballungszentren und neue gesellschaftliche Werte haben Image und Nutzung des Autos verändert. Das eigene Auto verliert immer mehr den Exklusivanspruch, die persönlichen Mobilitätsanforderungen flexibel und kostengerecht zu erfüllen. Dies gilt gerade in den Städten, wo Ver­kehrschaos und Parkplatzprobleme vie­len das Autofahren verleiden. Die deut­sche Umweltplakette oder die Einfahrtgebühren für London sind erste Vorboten regulativer Eingriffe, mit denen die Nutzung des Autos künftig eingeschränkt wird. Auch Paris plant eine Citymaut und Stellplätze für neue Gewerbeimmobilien werden dort nur noch in Ausnahmefällen genehmigt.

Sind wir in Zukunft ohne eigenes Auto mobiler?

Automobilhersteller und Zulieferer müssen neue Antworten finden, um den Mobilitätsbedarf der Menschen noch angemessen zu befriedigen. Ins­gesamt wird dieser Bedarf eher noch zunehmen.

Technische Innovationen lösen die Pro­bleme nicht, auch wenn Kleinstfahrzeuge und die i. d. R. kleineren Elektroautos die Verkehrs- und Umweltsituation in den Städten zumin­dest zeitweise mildern können. Es geht vielmehr um eine grundsätzliche Neuorientierung, die das Auto als Teil einer Gesamtlösung für Mobilität betrachtet und dabei sowohl alterna­tive Verkehrsträger als auch neue Finanzierungs- und Nutzungskonzepte berücksichtigt. Dazu gehört auch eine Neuausrichtung der Automarken.

 

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AutomotiveNow: Urbanisierung - Mobilität für Millionen

Stadtplaner werden zunehmend Einfluss auf die Modellentwicklung nehmen - wie stellen sich Fahrzeughersteller den Herausforderungen der Urbanisierung? Außerdem: Zweiter Anlauf - Chinas Autobauer setzen zum erneueten Sprung auf den europäischen Markt an, Boom am Bosporus - türkische Automobilbranche prosperiert, sowie Perspektiven und Herausforderungen in China.

Datum: 01.05.2011 | Größe: 4312,19kB

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