Neue Geschäftsfelder für Automobilzulieferer

In einem schrumpfenden Markt bieten sich den Zulieferern nur wenige Strategien, um dauerhaft bestehen zu können. Selbst ein Alleinstellungsmerkmal (USP) nützt derzeit wenig. Die Diversifizierung in neue Branchen ist deshalb eine Option, die sowohl große als auch mittelständische Zulieferbetriebe als Ausweg sehen.

Wachstumsbranchen als erfolgversprechende Märkte
Chancen für Automobilzulieferer bieten sich in verschiedenen Wachstumsbranchen. ElringKlinger entwickelte beispielsweise Dichtungssysteme, die in Solar-Paraboloid-Kraftwerken zum Einsatz kommen. Zudem wird das im Automobilbereich erworbene Know-how bei Brennstoffzellen für die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme in Energiesparhäusern genutzt.

Der Leverkusener Automobilzulieferer Carcoustics ist ein weiteres Beispiel für eine gelungene Diversifizierung. „Carcoustics bietet heute maßgeschneiderte Akustik- und Werkstoff-Lösungen in den Bereichen Luft- und Raumfahrt-, Bau- und Raumakustik-, sowie Haushaltsgeräteindustrie", sagt Geschäftsführer Dr. Peter Schwibinger. Zu den Kunden zählen mittlerweile die Verpackungsindustrie, ein Airbus-Zulieferer sowie die Stadt Leverkusen mit ihren Schallisolationsprojekten öffentlicher Gebäude.

Alternativen zur Diversifizierung
Der Aufbruch in neue Branchen ist nicht ohne Risiken und aus finanziellen Gründen nicht für jeden Zulieferer möglich. Wer bestehen will, kann durch Firmenübernahmen die Angebotspalette erweitern oder zusätzliches Know-how erlangen. Kooperationen können ebenfalls dabei helfen, genügend Kapital für Innovationen aufzubringen. Gerade weil die Automobilhersteller die Zahl ihrer Zulieferer verringern, steigt die gegenseitige Abhängigkeit. Nur wer durch entsprechende Forschung neue und effiziente Antriebe entwickelt, kann sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, der das künftige Bestehen am Markt sichert.

So kooperieren mit der Robert Bosch GmbH und Samsung SDI zwei Branchenriesen im Joint Venture-Unternehmen SB LiMotive zur Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien. Die ersten wurden im August 2009 von BMW für das Projekt „Megacity Vehicle" geordert. Soviel ist gewiss: Das Auto wird uns sicher auch in Zukunft bewegen, nicht so sicher ist jedoch, was künftig das Auto bewegt. Wer hier die Entwicklung mitgestaltet, hält alle Trümpfe in der Hand.

 

 

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Foto von Dieter Becker

Dieter Becker

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