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Energy & Natural Resources

Ein Blick hinter die Kulissen: KPMG-Partner Olaf Koeppe berichtet über Trends bei Energy & Natural Resources und über Chancen für Berufseinsteiger.

Wie würden Sie die Branche beschreiben?
Die deutsche Energiebranche in ihrer heutigen Form ist im Vergleich zu anderen Branchen noch sehr jung. Erst im Rahmen der Marktliberalisierung im Jahr 1998 wurden die Rahmenbedingungen für Wettbewerb geschaffen. Seitdem befindet sich die Branche in ständiger Bewegung. Die Energieversorgungsunternehmen stehen in einem Spannungsfeld zwischen Profit- und Wachstumszielen auf der einen Seite und hohem regulatorischen Druck auf der anderen Seite.

In Ermangelung organischer Wachstumsmöglichkeiten war in den letzten Jahren ein kontinuierlicher Konsolidierungsprozess der Unternehmen der Branche zu beobachten. Im Ergebnis wird die Branche durch die vier großen Energieversorgungsunternehmen E.ON, RWE, Vattenfall Europe und EnBW geprägt. Diese Big Four erzeugen zusammen mehr als 80 Prozent des deutschen Stroms und beherrschen einen geografisch klar aufgeteilten Markt. Zu den Marktteilnehmern zählen neben den vier großen Konzernen diverse Stadtwerke und Regionalversorger.

Der hohe Regulierungsdruck innerhalb der Branche stellt gleichzeitig eines ihrer Kernmerkmale dar. Die Struktur und die Geschäftsmodelle der vormals integrierten, auf lokale Märkte beschränkten Energieversorgungsunternehmen haben sich durch die Marktöffnung und das Unbundling, also die Entflechtung der Netze vom Rest des Unternehmens, grundlegend verändert.
Energie- und Emmissionshandel, erneuerbare Energien und Atomausstieg schaffen ein hoch dynamisches Umfeld, in dem sich die Unternehmen der Branche bewegen.

Welche Leistungen bietet KPMG Unternehmen in dieser Branche an?     
Die aktuellen wirtschaftlichen und klimatischen Veränderungen haben zu einem neuen Verständnis der Rolle von Energieversorgungsunternehmen in der Öffentlichkeit als  Marktteilnehmer mit gesamtwirtschaftlicher Bedeutung sowie als Partner im Kampf gegen den Klimawandel geführt. Der daraus folgende technische und soziale Wandel und der wachsende regulatorische Druck erfordern insbesondere von multinationalen Energieversorgungsunternehmen eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit und eine klare strategische Linie mit ausgeprägter organisatorischer Flexibilität. In diesem Zusammenhang bietet KPMG als Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen der Branche ein breites Portfolio von Dienstleistungen an.

Mit unserem Geschäftsbereich Audit sind wir als Abschlussprüfer bei mehreren der 30 größten Unternehmen der Branche engagiert und beraten diese auch bei der Umsetzung branchenspezifischer regulatorischer und gesetzlicher Anforderungen. Der Schwerpunkt unserer Expertise liegt in diesem Umfeld auf der strategischen Ausrichtung von Netzbetreibern vor dem Hintergrund der Anreizregulierung, der Kalkulation kostenbasierter Netzentgelte bei Transport- und Verteilnetzbetreibern sowie von Vertriebsentgelten. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit der Prüfung von Strom- und Gasvertriebspreisen, mit Prüfungstätigkeiten im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes sowie mit der Prüfung von Netzaufspaltungen im Rahmen des § 26 Anreizregulierungsverordnung.

Da die Wirtschaftskrise längst in der Energiebranche angekommen ist, liegt der Fokus hier derzeit vor allem auf Effizienzprogrammen und Kostenoptimierungsinitiativen. Nach wie vor unterstützen wir die Unternehmen jedoch auch bei der Implementierung und Optimierung von Risikomanagementsystemen sowie bei accounting- und controllingrelevanten Fragestellungen. Natürlich ist auch unser Geschäftsbereich Tax in der Branche mit klassischen Steuerberatungsdienstleistungen vertreten, aber auch mit aktuellen Themen wie Carbon Asset Management.

Was sind die Herausforderungen in der Branche und wo sehen Sie zu-künftige Entwicklungsmöglichkeiten?
Reaktorsicherheit, Klimaschutz, Elektroautos - die Liste der täglich in den Medien auftauchenden Schlagworte aus der Energiebranche ließe sich beliebig verlängern. Die kontinuierliche Präsenz der Branche in der öffentlichen Wahrnehmung und in den Schlagzeilen rührt daher, dass mehr oder weniger regelmäßig neue EU-rechtliche Vorhaben umgesetzt werden müssen, vor allem aber stehen in diesem Sektor Weichenstellungen mit erheblicher Tragweite an.

Lesen Sie Teil 2 des Interview mit KPMG-Partner Olaf Koeppe