Communications & Media
Ein Blick hinter die Kulissen: KPMG-Partner Markus Kreher berichtet über Trends bei Communications & Media und über Chancen für Berufseinsteiger.
Wie würden Sie die Medienbranche beschreiben?
Die Medienbranche ist eine der wenigen Industrien, die nicht nur in unternehmerischer Hinsicht vielschichtig ist, sondern auch massiv in die privaten Lebensbereiche abstrahlt und damit ein enormes gesellschaftliches Potenzial besitzt. Jeder Mensch hat in irgendeiner Form mit Medien zu tun und nimmt aktiv am Branchengeschehen teil - sei es durch Fernseh- oder Zeitungskonsum oder die Internetnutzung. Zurzeit befindet sich die Medienbranche vor allem durch die Konvergenzentwicklungen in einer absoluten Umbruchphase, das alleine macht die Branche zwar einerseits schwer vorhersehbar, andererseits aber auch attraktiv und spannend.
Wie unterstützt KPMG Unternehmen, die in dieser Branche tätig sind?
Neben unserem klassischen Geschäft der Abschlussprüfung gibt es zahlreiche Dienstleistungen in unseren Geschäftsbereichen Tax oder Advisory, die sich ganz auf spezielle steuerliche oder unternehmerische Belange der Medien- oder Verlagsbranche beziehen. Hierzu gehört etwa die Beratung bei Transaktionen im Verlagsbereich (Vendor und Buy-side Due Diligence), die Bewertung von Printtiteln und Markenrechten oder auch die Unterstützung bei der Plausibilisierung von Businessplänen: Gerade in den aktuellen wirtschaftlichen Krisenzeiten erweisen sich verlässliche Zukunftsaussagen zugleich als besonders wichtig und besonders schwierig - dies gilt besonders für die Medienbranche, die durch technologischen Wandel einer extremen Schnelllebigkeit unterworfen ist. Die Entwicklung der Medienunternehmen ist daher noch schwerer zu analysieren und zu prognostizieren als in weniger bewegten Zeiten.
Was sind die aktuellen Herausforderungen in der Branche und wo sehen Sie zukünfti-ge Entwicklungsmöglichkeiten?
Vielen Industrieunternehmen brechen durch die Finanzkrise derzeit die Aufträge weg und eine Antwort auf diese Entwicklung lautet: weniger Geld für Werbung. Leidtragende sind die Medien. Die Branche rechnet für 2009 mit deutlich niedrigeren Werbeumsätzen als im Vorjahr. Die Medienhäuser stehen daher vor einer doppelten Herausforderung: Zum einen müssen Maßnahmen zur Umsatzsteigerung getroffen werden und zum anderen gilt es, die Kosten in allen Unternehmensbereichen zu optimieren. Vor allem die Portfoliobereinigung, also die Einstellung oder der Verkauf von Printtiteln, gehört derzeit zu den wichtigsten Maßnahmen. Einige Medienhäuser beschränken sich in der Krise jedoch nicht nur auf Kostendreduzierung, Umstrukturierungen und Personalabbau. Sie versuchen, diese schwierige Phase für Investitionen und Innovationen zu nutzen und setzen jetzt auf neue Wachstumsstrategien. Hierbei steht nach wie vor die Suche nach tragfähigen Erlösquellen für digitale Produkte im Vordergrund. Besonders im Online-Bereich erschließen sich daher ständig neue Möglichkeiten und Blickwinkel, die eine Tätigkeit in der Branche umso interessanter machen.
Lesen Sie Teil 2 des Interview mit KPMG-Partner Markus Kreher.
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Markus Kreher ist Partner im Geschäftsbereich Advisory und seit 2005 bei KPMG.
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