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Consumer Goods & Retail

Ein Blick hinter die Kulissen: KPMG-Partner Johannes Siemes berichtet über Trends bei Consumer Goods & Retail und über Chancen für Berufseinsteiger.

Wie würden Sie die Branche beschreiben?
Die Branche Consumer Goods & Retail umfasst den gesamten Einzelhandel und die Konsumgüterindustrie, wobei alleine der Einzelhandel für ein Umsatzvolumen von über 400 Milliarden Euro (ohne Kfz, Tankstellen, Brennstoffen und Apotheken) steht. „Handel ist Wandel" ist ein geflügeltes Wort der Branche und so sind alle stets bemüht aus der Masse herauszustechen - oft über neue und auch größere Flächen. Niedrige Flächenproduktivitäten und ein damit einhergehender Verdrängungswettbewerb sind damit zwei der zentralen Themen der Branche.

Welche Leistungen bietet KPMG Unternehmen in dieser Branche an? 
Unsere Audit-Leistungen umfassen neben der Prüfung und dem Review von Jahresabschlüssen, verschiedenste Bereiche, wie die prüfungsnahe Beratung (zum Beispiel Inventurverfahren oder verlustfreie Bewertung), Post Merger Integration oder auch Gutachten zu Bilanzierungsfragen und Entsorgungsbescheinigungen. Ob Auslandsentsendung von Führungskräften, Zollrecht oder Beratung bei M&A - der Geschäftsbereich Tax unterstützt Unternehmen umfassend bei steuerrechtlichen Fragestellungen. Zuguterletzt bietet der Geschäftsbereich Advisory umfassende Beratungsleistungen zu Compliance-, Wachstums- und Performance-Fragen.

Was sind die aktuellen Herausforderungen in der Branche und wo sehen Sie zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten?
Der Absatzmarkt im Einzelhandel stagniert. Der daraus entstehende Verdrängungswettbewerb stellt die Unternehmen vor neue Herausforderungen. Einzelne kosten- und serviceintensive Vertriebstypen haben in der Vergangenheit an Bedeutung eingebüßt. Die Discounter wiederum haben neue Marktanteile erobert. Marktanteile werden verstärkt über Preiskomponente entschieden.

Der Handel tritt mit seinen Eigenmarkensortimenten direkt und unmittelbar in Konkurrenz zu den Herstellern, deren Produkte er gleichzeitig abnimmt. Dies betrifft insbesondere die mittelständischen Konsumgüterhersteller. Oftmals fehlt ihnen die starke Marke oder ein anderer besonderer Wettbewerbsvorteil. Somit geraten sie besonders leicht in den Verhandlungen mit dem Handel unter Preisdruck oder werden gleich durch Handelsmarken ersetzt. Zudem müssen Hersteller von Konsumgütern immer heterogenere Kundenbedürfnisse bedienen. Neben dem starken Preiswettbewerb sind die Hersteller und immer kürzeren Produktionszyklen betroffen.

Weitere Herausforderungen sind Marktkonzentration in nahezu allen Branchen, Internationalisierung - insbesondere nach Osteuropa, verbessertes Ansprechen der Zielgruppe durch Spezialisierung und Nischenbildungen, die zunehmende internationalen Rohstoff- und Energienachfrage, der demographische Wandel sowie die weitere Zunahme des Online-Handels.

Lesen Teil 2 des Interviews mit KPMG-Partner Johannes Siemes.